Energieeffizientes Wohnen unter der Erde

Earth House

Ein angenehm warmes Haus im Winter trotz eisiger Temperaturen draußen und dazu geringe Heizkosten? Erdhäuser machen es möglich.

In anderen Teilen der Welt sind Erdhäuser bereits weit verbreitet, in Deutschland bisher kaum bekannt. Bei den Bauten handelt es sich keinesfalls um feuchte, dunkle, kalte Löcher im Erdboden, sondern um beeindruckende, innovative Architekturprojekte, die in die Landschaft integriert werden und das Landschaftsbild dadurch kaum beeinflussen.

Von den niederländischen Architekten SeARCH und CMA wurde beispielsweise die Villa Vals in den Schweizer Alpen erbaut, die sich perfekt an ihre Umgebung anpasst und Wohnen mit faszinierendem Panoramablick ermöglicht.

Die Gebäude können sowohl auf hügeligem Gelände als auch auf ebenem Terrain errichtet werden. Besonders bei Bauplätzen in schwieriger Hanglage spricht alles für ein Erdhaus, da ein Teil des Hauses in den Hang eingebaut werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit ein Haus seitlich mit Aushub anzuschütten und es somit in das Erdreich einzubetten. Im Extremfall wird das Haus so mit Erde überdeckt, dass nur noch die verglaste Südseite herausschaut.

earth-house-21Von Erde bedeckte Wohngebäude profitieren aufgrund der natürlichen Wärmedämmung der Erdmasse von extremer Energieeffizienz. Die Erdschicht, die das Haus umgibt, schützt vor Witterungseinflüssen wie Kälte, Regen und Wind und dient dazu, den Verlust von Wärme zu reduzieren. Durch die besondere Bauweise werden im Inneren des Hauses das ganze Jahr über angenehme klimatische Bedingungen geschaffen. Die Innenwände des Erdhauses ermöglichen aufgrund der Verwendung von Lehmputz einen idealen Feuchtigkeitsausgleich, sodass sich in den Innenräumen ein angenehmes Wohnklima mit einer Luftfeuchtigkeit um 50Prozent ergibt. Im Winter hält die Erde das Haus warm und im Sommer ergibt sich durch die Erddecke ein Kühlungseffekt. Durch den Temperaturausgleich werden die Temperaturen im Gebäude konstant gehalten, was zu einem geringen Energieverbrauch führt und somit für niedrige Energiekosten sorgt. Der Schweizer Architekt Peter Vetsch gibt an, dass ein Erdhaus nur etwa ein Drittel der Energie eines herkömmlichen Hauses benötigt.

In der Regel besitzen Erdhäuser eine nach Süden ausgerichtete breite Glasfassade oder viele große Fenster, durch die natürliches Tageslicht in die Innenräume fällt. Oberlichter und Glaskuppeln ermöglichen helle Wohnräume auch im hinteren Teil des Hauses. Die einfallende Sonnenenergie wird in dem beim Bau verwendeten Spritzbeton gespeichert und bei Bedarf an den Raum abgegeben.

Aufgrund der Erdbedeckung sind Erdhäuser auch hervorragend schallgeschützt. Durch den zum Teil unterirdischen Bau und die Dacheindeckung des Bauwerks mit Erde ergibt sich für das Grundstück viel Nutz- und Grünfläche. Die besondere Bauweise und Form bietet dem Gebäude außerdem Schutz vor Sturmschäden und Erdbeben.

Die Projektgruppe Erdhaus arbeitet derzeit an einer Fertigmodulbauweise für ein Passivhaus in Hanglage. Dies könnte einen Gewinn an Popularität für diese ökologische und klimafreundliche Bauweise in Deutschland ermöglichen.

Lauren Mertens

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