Energetische Sanierung ist wirtschaftlich sinnvoll

Einfamilienhaus von 1959 in Konstanz nach der Sanierung

Da die energetische Sanierung von Gebäuden mit sehr hohen Kosten verbunden sein kann, schrecken viele Hauseigentümer nach wie vor davor zurück. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat nun in einer Studie ermittelt, dass sich eine solche Investition schon alleine über die Energieeinsparung rechnet, wenn sie mit ohnehin anstehenden Modernisierungsarbeiten gekoppelt wird.

Für die dena-Wirtschaftlichkeitsstudie wurden rund 360 stark sanierungsbedürftige Einfamilienhäuser untersucht, die durchschnittlich 239 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasser im Jahr verbrauchen. Die Kosten für die allgemeine Instandhaltung und Modernisierung wurden dabei nicht in die Berechnung einbezogen und alle Ergebnisse beziehen sich auf einen Zeitraum von 25 Jahren – der durchschnittlichen Lebensdauer der verwendeten Bauteile.

dena EFH Konstanz vor Sanierung-small

Beispiel 1: „Effizienzhaus 70“

Laut Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, rentiert sich demnach der Energiestandard „Effizienzhaus 70“ mit einem Energieverbrauch von etwa fünf Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr, weil der Wert der Einsparung einer Kilowattstunde Wärmeenergie über den Kosten für Wärme aus Heizöl oder Gas liegt. „Rechnet man die energetischen Sanierungskosten auf die eingesparte Heizenergie um, kostet jede eingesparte Kilowattstunde 7,1 Cent. Demgegenüber steht schon heute ein durchschnittlicher Energiepreis von acht Cent pro Kilowattstunde – Tendenz steigend“, so Kohler.

Der dena-Chef betont weiter, dass „wer sein Haus saniert und dabei nicht gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert“ eine günstige Gelegenheit verpasse, da die Eigentümer „so oder so Geld in die Hand nehmen“ müssten und nur vor der Wahl stünden ob sie „einmal richtig und energiesparend sanieren oder über Jahre hinweg hohe, voraussichtlich sogar steigende Heizrechnungen bezahlen.“

Beispiel 2: „Effizienzhaus 55“

Bei einem sanierungsbedürftigen Einfamilienhaus aus den 70er Jahren mit 144 Quadratmetern Wohnfläche rechnet sich auch der bessere Standard „Effizienzhaus 55“. Das entspricht in etwa einem vier-Liter-Haus. Während die jährlichen Energiekosten hier vor der Sanierung bei rund 2.730 Euro liegen, könnten sie danach auf rund 564 Euro sinken. Die Kosten für die dafür erforderlichen baulichen Maßnahmen liegen bei rund 30.000 Euro, deren Amortisationszeit abhängig von der gewählten Finanzierung und eventuellen Förderangeboten oder Energiepreissteigerungen ist.

Von der Bundesregierung fordert die dena als Folge der Sanierungsstudie nun eine Erhöhung der Fördermittel auf jährlich fünf Milliarden Euro, sowie eine Ausgestaltung der Förderprogramme, die zu energetischen Sanierungen motiviert und besser auf die jeweilige finanzielle Situation der Hauseigentümer zugeschnitten ist. Da Neubauten längst so gebaut werden können, dass sie kaum mehr Energie benötigen und rund 50 Prozent der Bauherren ohnehin schon energieeffizienter als in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben bauen, soll diese im Neubaubereich um 30 Prozent verschärft werden.

Matthias Schaffer

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