Durch billiges Öl ausgebremst

Um 1,7 Prozent ging der Absatz von Wärmepumpen in 2015 in Deutschland zurück.
Um 1,7 Prozent ging der Absatz von Wärmepumpen in 2015 in Deutschland zurück.

Die niedrigen Öl- und Gaspreise und die hohen Haushaltsstrompreise bremsen den Wärmepumpenmarkt aus. Im vergangenen Jahr ging der Absatz in Deutschland zurück. Für eine CO2 Besteuerung und eine Verschärfung der EnEV plädiert der Bundesverband Wärmepumpen.

„Die Aussichten für den Wärmepumpenmarkt sind im Rahmen von Szenarien zur Energiewende blendend, doch die tatsächliche Entwicklung hinkt dem Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes meilenweit hinterher“, sagt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). So brach der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 1,7 Prozent ein.

Insgesamt wurden 57.000 Stück verkauft. Am stärksten war der Rückgang bei den Solewärmepumpen mit 8,1 Prozent, bei den Brauchwasser-Wärmepumpen schrumpfte der Absatz um 6,7 Prozent. Nur bei Luftwärmepumpen stieg der Absatz um 1,3 Prozent. Insgesamt ging der Marktanteil bei den Wärmeerzeugern von 8,5 Prozent auf 8 Prozent zurück.

„Billiges Öl und teurer Strom bremsen den Wärmepumpenmarkt aus“, unterstreicht Stawiarski. Die Politik müsse hier mit einer CO2-Abgabe gegensteuern und Ölheizungen dürften nicht weiter gefördert werden. Unter den derzeitigen energiepolitischen Rahmenbedingungen sei der Betrieb von Wärmepumpen meist nicht wirtschaftlich, verstärkt werde dies durch die hohen Baukosten insgesamt, die auch die Modernisierungsrate ausbremsten.

Das frühere Argument pro Wärmepumpe mit relativ hohen Investitionskosten, aber vergleichsweise geringen Verbrauchskosten greife heute so nicht mehr. Im Vergleich zu einer weit günstigeren Gastherme seien auch die Genehmigungs- und Einbaukosten der Wärmepumpen teuer. Ein positiver Faktor für den Wärmepumpenmarkt sei die neue EnEV, das neue Energielabel und das Marktanreizprogramm, so Michael Koch, BWP-Politikreferent. Doch reiche dies nicht aus, um die konterkarierenden Energiepreise auszugleichen.

  • Das könnte Sie auch interessieren:
  • Abwasser sorgt für Wärme
  • Energiesystemhaus: 10.000 Häuser Programm in Bayern
  • Förderprogramm für den Einsatz von Wärmepumpen

In zwei Szenarien gibt der BWP nun einen Ausblick auf die weitere Marktentwicklung. Bei einem Szenario „Business as usual“ mit weiterhin billigen Brennstoffen und teurem Strom sowie einer moderaten EnEV Verschärfung ab 2019 wächst der Absatz von Wärmepumpen bis 2030 auf einen Marktanteil bei den Wärmeerzeugern in Höhe von 18 Prozent. Dies entspricht einem jährlichen Absatz von 90.000 Stück. Bei einem Szenario „Wärmewende“ mit günstigeren Strompreisen und flexiblen Tarifen, einer ambitionierten EnEV-Verschärfung sowie einem Wegfall der Förderung für Ölheizungen klettert der Marktanteil in Höhe von 27 Prozent, dies entsprich einem jährlichen Absatz von 203.000 Stück.

Ein positiver Wachstumsfaktor sei jeweils auch der zunehmende Eigenverbrauch von Solarstrom und die Nutzung der Überschüsse für die Wärmeerzeugung. Hier sollte auch das Marktanreizprogramm nachgebessert werden, das bisher die Kombination von PV und Wärmepumpe nicht fördere, unterstrich Stawiarski.

Add comment