Das rotierende Ökohaus

Dome House

New York steht für die meisten Menschen wohl in erster Linie für die bevölkerungsreichste Stadt der Welt und somit nicht gerade für einen nachhaltigen Lebensstil, sondern eher für Müllberge, Verkehrsstaus und Treibhausgasemissionen. Doch im dazu gehörigen und gleichnamigen Bundesstaat gibt es – nur rund 90 Autominuten entfernt  eines der wohl kreativsten Ökohäuser der Welt zu bestaunen: Das kreisrunde „Dome House“ steht in atemberaubender Kulisse im Wald nahe des amerikanischen Städtchens New Paltz und kann sich komplett um die eigene Achse drehen und dadurch individuell nach der Sonneneinstrahlung ausrichten.

Das aus den Naturbaustoffen Stein und Holz bestehende Bauwerk mit einer Wohnfläche von über 275 Quadratmetern ist eine Art Riesenkuppel, deren Aufbau sich an der Schale eines – oft als lebendes Fossil bezeichneten – Nautilus orientiert. Durch die besondere Bauweise berührt nur ein kleiner Teil des 40 Tonnen schweren „Dome House“ überhaupt erst den Boden und es fügt sich perfekt in die bestehende Landschaft ein. Dadurch erinnert das Ökohaus optisch etwas an ein UFO, das mitten in dem 28 Hektar großen amerikanischen Waldgebiet notgelandet ist. Die Bauweise sieht aber nicht nur spannend aus, sondern kann durch seine aerodynamische Form Windstärken von bis zu 240 Kilometer pro Stunde und heftigen Erdbeben der Stärke 8 widerstehen.

Noch mehr als mit seiner äußerst kreativen Optik beeindruckt das Haus jedoch mit einem ganz speziellen Feature. Das nach aktuellsten Umweltstandards erbaute „Dome House“ ist nämlich auf einer elektrisch betriebenen Achse gebaut und kann um ganze 360 Grad gedreht werden. Der Vorgang selbst ist sehr energiesparend, der dafür inkludierte Motor verbraucht gerade einmal ein Viertel des Stromes eines üblichen Staubsaugers. Mit seiner Hilfe kann die komplette Wohnkuppel nach dem jeweiligen Stand der Sonne ausgerichtet werden und lässt so passend zur Jahreszeit immer die passende Menge Sonnenlicht herein. Neben den maximalen Passiv-Solarenergieerträgen hat man außerdem ständig neue Aussichten aus den riesigen Fensterfronten.

Wer nun schon den Ausspruch, dass „so etwas nur den Amerikanern einfallen kann“ auf den Lippen hatte, wird wahrscheinlich erstaunt sein, dass die Herstellerfirma Domespace aus Frankreich kommt und dort nach eigenen Angaben bereits rund 200 derartige Häuser errichtet hat. Den Amerika-Vertrieb hat sich das Unternehmen Solaleya gesichert, das neben den UFO-Häusern auch noch ein interessantes Passivhaus namens „The Pearl“ anbietet.

Matthias Schaffer

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