10 Jahre Stromspar-Check

Stromspar-Check Kommunal
Symbolischen Übergabe des Stromspar-Check-Schecks © BMU/Sascha Hilgers

Im Jahr 2008 initiierte das Bundesumweltministerium (BMU) das Projekt „Stromspar-Check Kommunal – Haushalte mit geringem Einkommen schützen das Klima“.  Es soll dabei einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Am gestrigen Tag feierten die Träger und Förderer des Projekts das zehnjährige Jubiläum des erfolgreichen Sozial- und Klimaschutzprojektes „Stromspar-Check Kommunal“. Vor diesem Hintergrund fand auch der Fachkongress „10 Jahre Stromspar-Check – Klimaschutz als soziale Aufgabe“ in Berlin statt.

Gestern fanden sich das Bundesumweltministerium, der Deutsche Caritasverband (DCV) und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) in Berlin zusammen, um das zehnjährigen Jubiläum des erfolgreichen Sozial- und Klimaschutzprojektes „Stromspar-Check Kommunal“ zu feiern.

„Klimaschutz ist auch eine sozialpolitische Aufgabe. Der Stromspar-Check zeigt beispielhaft, wie die Energiewende für alle funktionieren kann“, bekräftigte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und lobte den Erfolg des Projekts. „Er erfüllt drei wichtige Ziele: Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Minderung von Energiekosten in sozial schwächeren Haushalten sowie Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Die Stromsparhelfer sind wirkungsvolle Klima-Botschafter. Sie geben praktische und einfache Tipps, wie Klimaschutz funktioniert und Haushaltsgeld gespart werden kann.“

Ergebnisse von 10 Jahren Stromspar-Check

Auf dem Fachkongress wurden unter anderem die Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 150 Stromspar-Check Standorte. An diesen wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 700.000 einkommensschwache Haushalte beraten. Dabei wurden auch Energiesparartikel in einem Gesamtwert von rund 20 Millionen Euro kostenlos installiert. Durch diese Beratung und die Anwendung energiefreundlicher Produkte konnte jeder Haushalt durchschnittlich zwischen 100 und 250 Euro pro Jahr sparen. Insgesamt konnten in dieser Zeit so gut 300 Millionen Euro eingespart werden. Es wird gerechnet, dass pro Beratung der Ausstoß von fast zwei Tonnen CO2 vermieden wird. Die dadurch eingesparte CO2-Menge liegt bei über einer halben Tonne, was gerundet 140.000 Flügen von Frankfurt nach New York entspricht.

Im Rahmen des Kongresses riefen DCV und eaD dazu auf, bei der Umsetzung von Energiewende und Klimaschutz die Bürgerinnen und Bürger noch mehr in die Lage zu versetzen, mit eigenen Effizienz- und Einsparmaßnahmen die persönlichen Energiekosten reduzieren zu können. Dies gelte insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen. Sie sind stark gefährdet, wenn es um Energiearmut geht. Hohe Stromrechnungen und vor allem Nachschlags-Zahlungen können Viele einfach nicht bezahlen.

Chance für Langzeitarbeitslose

„Von Energiearmut sind vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen oder Grundsicherungs­empfänger betroffen“, sagte der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher. „Wenn die Wohnung dunkel oder der Herd kalt bleibt, weil der Strom abgestellt wurde, wird schnell deutlich wie existentiell die Energieversorgung ist.“ Zudem gibt der Stromspar-Check den Menschen eine Perspektive: „Durch die Schulungen und die eigenständige Durchführung von Beratungen finden Langzeitarbeitslose wieder eine sinnvolle Beschäftigung und auch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt.“

Aktuell sind gut 1000 Stromsparhelfer für das Gemeinschaftsprojekt tätig. Sie erhalten Schulungen und werden über örtliche Träger in Kooperation mit den Jobcentern beschäftigt und betreut. Dabei sind sie nicht nur für die Beratung sondern auch für die Auswertung der Energie- und CO2-Einsparungen zuständig. Im Rahmen ihrer Besuche in den Haushalten analysieren sie den Energieverbrauch und das Verbrauchsverhalten. Darauf basierend geben sie Tipps zum Energiesparen. Zudem installieren die Helfer kostenlos energiefreundliche Produkte wie energiesparende Leuchtmittel, schaltbare Steckerleisten oder Strahlregler für den Wasserhahn.

Weitere Informationen zu dem Projekt findest Du hier.

Quellen:

BMU

Stromspar-Check