Bioenergiemarkt in Bewegung

Holz; Foto: shutterstock

Ende März 2011 stellte die von Präsident Obama geführte US-Regierung den „Blueprint for a Secure Energy Future“ vor. Die Studie analysiert sowohl die seit dem Amtsantritt der neuen Regierung verfolgte Energiepolitik als auch die darauf aufbauenden Ziele und Maßnahmen für die nähere Zukunft. Hierin wird auch auf die diesjährige State of the Union-Ansprache von Präsident Obama verwiesen, der zufolge 80 Prozent der Elektrizität bis 2035 aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden sollen. Biomasse und Biokraftstoffe sollen in diesem Zusammenhang einen überdurchschnittlichen Beitrag leisten.

Die Energy Information Administration (EIA) geht in ihrem Early Release Overview des Annual Energy Outlooks (AEO) 2011 vom Dezember 2010 dementsprechend davon aus, dass sich das Wachstum der Biomasse im Zeitraum 2009 bis 2035 im Durchschnitt auf 3,7 Prozent pro Jahr belaufen wird, das zweithöchste Wachstum nach der Solarsparte.

Erweiterung der Biomasse-Produktpalette

Die meisten Erzeugnisse aus Biomasse stammen derzeit – laut dem Office of the Biomass Program im Department of Energy (DOE) – aus Anlagen, die sich auf ein maßgebliches Produkt wie beispielsweise Strom, Ethanol oder Biodiesel konzentrieren. Dabei werden als Ausgangsstoffe hauptsächlich Holz, Getreide sowie Öle genutzt. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, muss diese Palette erweitert werden.

Dem DOE zufolge kommen dabei speziell zellulosische Biomasse aus land- und forstwirtschaftlichen Überresten sowie Energiepflanzen in Frage. Längerfristig dürfte sich die Branche in Richtung großer Bioraffinerien bewegen, die kostengünstig Biokraftstoffe und hochwertige Bioprodukte herstellen sowie den lokalen Energiebedarf im Rahmen von Kraft-Wärme-Koppelung decken.

Ethanolbeimischung in Kraftstoffen auf 15 Prozent geplant

Im Hinblick auf Biokraftstoffe sollen dem Entwurf zufolge die Barrieren für einen umfassenden Einsatz weiter reduziert werden. Beispielsweise will die Regierung – nachdem die Environmental Protection Agency (EPA) den zulässigen Anteil der Ethanolbeimischung für den Einsatz bei neueren Kfz auf 15 Prozent erhöht hat – Tankstellenbesitzer bei der Installierung von 10.000 Zapfanlagen in den nächsten fünf Jahren unterstützen, um dadurch den Einsatz von E15 voranzutreiben. Die Produktion von Ethanol-Kraftstoff in den USA legte 2010 zweistellig um 21 Prozent auf 315 Millionen Barrels zu, die von Biodiesel nahm hingegen um 38,6 Prozent auf 7 Millionen Barrels ab.

Daniel Seemann

Add comment