RWE nimmt weltgrößtes Biomassekraftwerk vom Netz

Kraftwerk Tilbury

RWE npower, die britische Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE, nimmt die weltweit größte Biomasseanlage in Tilbury, Großbritannien, Angaben zufolge im Oktober vom Netz. Grund seien die geringe Stromnachfrage und niedrige Strompreise.

Die 750-Megawatt-Anlage am Ufer der Themse war erst 2011 auf Biomasse, vor allem Holzpellets, umgestellt worden, um die CO2-Emissionen zu verringern. Das einstige Kohlekraftwerk war damit die größte Biomasseanlage der Welt. Doch nach Angaben des Energieversorgers rentiert sich das Kraftwerk in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht. Im vergangenen Jahr hatte man daher mit Modernisierungsmaßnahmen begonnen, die nun aber eingestellt werden. Ein Brand im Februar dieses Jahres hatte die Anlage bereits vorübergehend lahmgelegt.

Zwar soll das Kraftwerk Ende Oktober vom Netz gehen, weitere Optionen werden nach eigener Aussage des Unternehmens aber noch geprüft. Roger Miesen, Technik-Vorstand bei RWE Generation SE in Großbritannien, erklärte, man bedauere die Entscheidung sehr und die Entscheidung sei nicht leichtgefallen. Tilbury bleibe ein guter Standort für die Zukunft der Stromerzeugung. Trotz des Entschlusses, das Kraftwerk herunterzufahren, glaube man bei RWE fest daran, dass Biomasse in der Energieversorgung künftiger Generationen eine tragende Rolle spielen werde. Man werde auch weiterhin mögliche Investitionen in diesem Bereich prüfen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Betrieb genommen werde.

RWE kämpft vor allem in Deutschland mit den Folgen des Atomausstiegs. Außerdem hätten die unkonkreten Pläne der britischen Regierung zur Reform des Energiemarktes die Entscheidung beeinflusst, wie ein Sprecher erklärte.

Josephin Lehnert

Add comment