Ökogasangebote basieren nur teilweise auf erneuerbaren Energien

Gasflamme

Der Druck auf den Ökogasmarkt wächst. Immer mehr Haushalte wollen beim Heizen Klima und Umwelt schonen. Das unterstreicht die Anzahl der Ökogasanbieter. Sie ist innerhalb von zwei Jahren um das 3,5-fache gestiegen.Was diese Entwicklung nicht zeigt: Nur knapp zehn Prozent der bundesweiten Angebote basieren komplett auf erneuerbaren Energien. Fast die Hälfte sind so genannte Klimatarife. Sie stammen allein aus fossilen Rohstoffen und kompensieren lediglich den CO2-Ausstoß beispielsweise durch die Unterstützung von Regenwaldschutz-Projekten.

Rund ein Drittel der angebotenen Ökogastarife sind Beimischprodukte mit einem Anteil von fünf bis 20 Prozent Biogas. Der Rest kommt hier ebenfalls aus fossilen Quellen. Das ist das Ergebnis des Ökogas-Barometers initiiert vom unabhängigen Ökoenergieversorger Polarstern.

Um die Energiewende auch am Gasmarkt voranzutreiben, raten Experten, bei der Wahl von Ökogastarifen auf den Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu achten. Nur so werden fossile Energien durch erneuerbare Energien ersetzt. Am nachhaltigsten sind für Umweltschutzverbände wie zum Beispiel Greenpeace und Nabu Angebote, die auf Abfällen und Reststoffen basieren. Das erste bundesweite 100 Prozent Ökogasangebot aus Reststoffen hat der unabhängige Ökoenergieversorger Polarstern an den Markt gebracht. Im Vergleich zum fossilen Grundversorgertarif ist es oftmals günstiger oder preislich ähnlich. Und gegenüber anderen 100 Prozent Ökogastarifen ist es bis zu über 40 Prozent günstiger.

Schwesterprodukt zum Ökostrom: 100 Prozent Ökogas aus Reststoffen

Polarstern bietet seit Sommer 2011 Haushalten bundesweit das erste wettbewerbsfähige Ökogasprodukt, das komplett auf Reststoffen basiert. Möglich macht es ein neues Handelssystem, das das Unternehmen mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie entwickelt hat. Es ist ein wichtiger Schritt in die Energiezukunft, denn das Schwesterprodukt zum bekannten Ökostrom leistet einen zentralen Beitrag zur Energiewende. Beim privaten Energieverbrauch entfallen rund 75 Prozent auf den Wärmemarkt und nur 13 Prozent auf die Elektrizität.

„Im Grunde übertragen wir das etablierte Handelssystem des Strommarktes auf den Gasmarkt”, erklärt Florian Henle, Mitgründer von Polarstern. Das Biogas wird in europäischen Fabriken erzeugt, zum Beispiel in einer Zuckerrübenfabrik, und direkt in das lokale Gasnetz eingebracht. Es ersetzt dort in größtmöglichem Umfang das bisher verwendete Erdgas. Indem das Biogas in lokale Netze und nicht in Verteilungs- oder Transportnetze eingespeist wird, ist es besonders effektiv in der Verdrängung von fossilem Erdgas. Es verhindert Verluste durch die Aufbereitung und den Transport in entfernte Gasnetze und vermeidet dabei entstehende CO2-Emissionen.

Energiewende in Verknüfüung Entwicklungszusammenarbeit

Wie in der gesamten Energiewirtschaft üblich, erhalten die Endkunden in Deutschland das Biogas bilanziell. Das heißt, Polarstern garantiert seinen Kunden, dass in der Höhe ihres Gasverbrauchs Biogas aus Reststoffen produziert wurde und Erdgas verdrängt hat. Die Biogaserzeugung und die mengenmäßige Übereinstimmung von produziertem und verkauftem Biogas werden regelmäßig zertifiziert vom TÜV Nord. Mit seinem Handelssystem maximiert das Unternehmen den Beitrag zum Klimaschutz, fördert die erneuerbaren Energien und reduziert die Abhängigkeit von Erdgasimporten.

Im Sinne der weltweiten Energiewende verknüpft Polarstern sein Ökogasangebot zusätzlich mit Entwicklungszusammenarbeit in Sachen Energie: Ein Polarstern-Kunde bezieht nicht nur selbst Ökogas, sondern ermöglicht gleichzeitig einer Familie in einem Entwicklungsland, erneuerbare Energien zu nutzen. Familien vor Ort erhalten Hilfe beim Bau eigener Mikro-Biogasanlagen. Betrieben werden diese mit menschlichen und tierischen Fäkalien. Das reduziert Schmutz, Gestank und Krankheiten.

Polarstern GmbH

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