Kraftstoff aus Entengrütze

Wasserlinse

Entengrütze könnte sich als Biokraftstoff der Zukunft erweisen. Sie zeichnet sich durch hohe Biomasseproduktion und hohen Stärkegehalt aus. Des Weiteren steht die Art nicht in Konkurrenz zu bestehender Nahrungsmittelproduktion.

Über den Einsatz von Mais und Raps als Rohstoff für Biosprit wird viel diskutiert, da die Energiepflanzen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Klaus Appenroth von der Universität Jena forscht nun an der Wasserlinse. Sie könnte die Energiepflanze der Zukunft sein.

Unter dem Namen Entengrütze ist die Wasserlinse weithin bekannt. Aquarien- oder Teichbesitzer kennen die Eigenschaft der Pflanze, sich extrem schnell zu vermehren. Die Vermehrung erfolgt durch Sprossung. Die in Asien vorkommende Art „Wolffia microscopica“ verdoppelt ihre Biomasse ungefähr alle 30 Stunden und zählt damit zu den am schnellsten wachsenden Blütenpflanzen der Welt.

Interessant für die Produktion von Biokraftstoff sind die Wasserlinsen aufgrund ihres hohen Stärkegehaltes. Beim Abbau von Stärke entsteht Zucker. Dieser kann zu Ethanol vergärt und dann als Biokraftstoff eingesetzt werden. Gesteigert wird der Stärkegehalt der Pflanzen bei Gabe in nährstoffarmes Trink- oder Salzwasser. Das Wachstum wird dadurch gestoppt und der durch die Photosynthese gebildete Zucker als Stärke gespeichert. Daraufhin können die Wasserlinsen getrocknet, gemahlen und mit Enzymen versetzt werden. Diese machen aus der Stärke wieder Zucker, der zu Bioethanol vergoren werden kann.

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Bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius stellen die Wasserlinsen ihr Wachstum ein. In Deutschland fände in den Wintermonaten unter natürlichen Bedingungen also keine Biomasseproduktion statt. Deshalb bieten sich für die Zucht von Wasserlinsen die Tropen oder Subtropen an. Aber auch in Deutschland könnte Abwärme in Gewässer geleitet werden und die Zucht auch im Winter fortgesetzt werden.

Wasserlinsen sind nicht nur gegenüber terrestrischen Pflanzen vorteilhaft, da sie keine Anbauflächen verbrauchen. Algen gegenüber haben sie den Vorteil, dass sie durch Abfischen sehr leicht zu ernten sind.

Judith Kronberg

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