Biomasse wird Wachstumsmotor für Energiesektor

Italien; Bild: shutterstock

Die Energiegewinnung aus Biomasse zählt in Italien zu den größten Wachstums-segmenten im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Land hat sich gegenüber der Europäischen Union (EU) verpflichtet, nach dem „Nationalen Plan für die Nutzung erneuerbarer Energie“ bis 2020 mindestens 17 Prozent des Energiekonsumsüber erneuerbare Quellen abzudecken. Allein 40 Prozent davon sollen auf Biomasse entfallen.

Die Nutzung von Biomasse teilt sich nach einer Analyse des Politecnico di Milano auf verschiedene Marktsegmente auf: Agrobiomasse, Biogas, fester Siedlungsmüll und Pflanzenöl. Agrobiomasse (einschließlich Forstwirtschaft) wird in dreierlei Hinsicht verbraucht: Als Heizmittel in privaten Haushalten und Kleinbetrieben, zur Versorgung von Fernheizsystemen und in Kraftwerken zur Elektroenergieproduktion.

Allein das Marktsegment der Haushalte ist nach Maßgabe der Studie im letzten Jahr um zehn Prozent auf 840 Millionen Euro gewachsen. Insgesamt wurden 220.000 neue Heizungen auf Basis von Agrobiomasse installiert.

Mehr und mehr Biogasanlagen

Die Anzahl der Kraftwerke, die mit dieser erneuerbaren Energieform arbeiten, liegt Ende 2010 bei zirka 120 Einheiten. Der Kraftwerksausbau hat sich letztes Jahr allerdings gegenüber den Vorjahren verlangsamt. Investoren klagen über die Schwierigkeit, Genehmigungen zu erhalten. Einer der Gründe hierfür ist der gesetzliche Förderrahmen, der zur Zeit unklar geregelt ist.

Ende 2010 sind mehr als 500 Biogasanlagen mit einer Kapazität von über 550 Megawatt in Italien registriert. Die installierte Kapazität ist 2010 um 20, die Anzahl der Anlagen um 13 Prozent gestiegen. 80 Prozent der neuen Anlagen gehören zu landwirtschaftlichen Betrieben, die so ihre eigene Biomasse nutzen. Das Umsatzvolumen bei Biogasanlagen wird auf insgesamt 800 Millionen Euro geschätzt.

Pflanzenöl wird zum bedeutenden Energieträger

Bei der Energiegewinnung aus festem Siedlungsabfall gab es 2010 keine maßgebende Entwicklung. Durch die Modernisierung und Verbesserung der Effizienz bestehender Anlagen konnte die Kapazität der Stromerzeugung um fünf Prozent auf rund 800 Megawatt angehoben werden.

Eine sehr dynamische Entwicklung ist bei der Energiegewinnung aus Pflanzenöl zu beobachten. Hier ist die Kapazität von wenig mehr als 100 Megawatt im Jahr 2008 auf 620 Megawatt 2010 gestiegen. Allein 2010 sind 130 neue Anlagen mit einer durchschnittlichen Kapazität von 4,7 Megawatt installiert worden. Eine Entwicklung, die sich während der ersten Monate 2011 fortgesetzt hat.

Daniel Seemann

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