Igniscum Candy – eine vielversprechende Energiepflanze

Igniscum Candy

Im Zeichen des Klimawandels und endlicher fossiler Ressourcen sind Wissenschaftler immer auf der Suche nach alternativen Energiequellen. Im Bereich nachwachsende Rohstoffe gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Energieerzeugung. Doch nicht nur Mais, Ölpalmen und Zuckerrohr sind gute Energielieferanten. Eine neuartige Pflanze aus Asien weckt große Hoffnungen.

Igniscum Candy ist eine mehrjährige, massenwüchsige Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse, die sich zur Vergärung in Biogasanlagen eignet und eine hervorragende Alternative zu konventionellen Energiepflanzen darstellt. Sie stammt aus Japan und ist ein sehr guter Energielieferant – mit einer höheren Ertragskraft als Silomais. Die Pflanze ist nicht gentechnisch verändert, sondern eine Züchtung, und nicht invasiv. Sie braucht drei Jahre, um zur vollen Reife zu gelangen, kann dann aber 20 Jahre lang geerntet werden. Das anspruchslose Gewächs erzielt auch auf Niedrigertragsböden überdurchschnittlich hohe Biomasseerträge und kommt mit Wasserstress zurecht. Grundsätzlich kann Igniscum Candyaus allen ackerbaulich nutzbaren Standorten sowie Grenzertragsstandorten kultiviert werden.

Es handelt sich um eine Staude, daher sterben die oberirdischen Pflanzenteile im Herbst ab. Im Frühling treibt die Pflanze neu aus und erreicht den gleichen Biomassezuwachs wie im Vorjahr. Während des Sommers kann bis zu drei Mal die Frischmasse geerntet werden. Diese eignet sich für die Vergärung in Biogasanlagen. Geerntet wird sowohl bei der Trocken- als auch bei der Frischmassegewinnung mit konventionellen Maishäckslern.

Die Stadtwerke Duisburg AG führt derzeit Felduntersuchungen durch, um zu testen, wie hoch die Ertragskraft der Pflanze ist und wie sie sich für den Einsatz in Biogasanlagen eignet. Im Sommer 2009 wurden 1.700 Stecklinge auf einem Viertel Hektar Boden gepflanzt. Bei Sonneneinstrahlung, regelmäßigem Niederschlag und Düngung mit Biogas-Gärresten sind die Pflanzen inzwischen auf 2,40 bis 2,80 Meter angewachsen.

Die geerntete Biomasse wird in wissenschaftlichen Untersuchungen analysiert. Der wertbestimmende Teil bei einer Energiepflanze ist die Trockensubstanz – diese konnte mit 30 Prozent festgestellt werden. Zur ersten Ernte ist mit rund 6,6 Tonnen Trockenmasse pro Hektar zu rechnen. Ein Teil der bisher erzeugten Frischmasse wurde luftdicht verpackt und steht ein Jahr zur Produktion von Biogas zur Verfügung. Proben gingen an die landwirtschaftliche Forschungs- und Untersuchungsanstalt in Oldenburg. Mitte November werden erste Untersuchungsergebnisse erwartet.

Josephin Lehnert

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