Hochwertiger Biodiesel

Biodiesel; Bild: shutterstock

Forscher der Polytechnischen Universität in Valencia, Spanien (Universidad Politécnica de Valencia) haben ein neues Synthese-Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Pflanzenabfällen Biodiesel erzeugen lässt. Der Biodiesel in Form von Fettsäuremethylestern soll fast 90 Prozent Diesel liefern, das wäre die bisher beste Ausbeute bei der Biodieselsynthese.

Mit der in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ vorgestellten Methode wird Flüssigtreibstoff aus nicht essbaren Kohlenhydraten gewonnen. Statt Raps oder Sonnenblumen werden Mandelschalen, Hülsen von Sonnenblumen, Hafelspelzen, Reste der Olivenölpressung oder Bagasse aus der Zuckerrohrverarbeitung als Rohstoff verwendet.

Dadurch entsteht keine Nutzungskonkurrenz mit Nahrungsmitteln und deren Anbauflächen, denn es handelt sich um sogenannten Biodiesel der zweiten Generation. Wegen der teilweise starken Kritik an Biokraftstoffen der ersten Generation und deren fragwürdigem Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes sowie der Konkurrenz mit Lebensmittelanbau, werden große Hoffnungen auf Biokraftstoffe der zweiten Generation (Biomethan, BtL-Kraftstoffe, Cellulose-Ethanol, Bio-Kerosin) gesetzt.

Bisher sind zahlreiche Ansätze zur Biodieselsynthese entwickelt worden, die jedoch in den meisten Fällen ineffizient sind oder eine ungünstige Energiebilanz vorweisen, da sie selber viel Energie benötigen. Das Syntheseverfahren, das der Wissenschaftler Avelino Corma und seinem Team vorgestellt haben, ist verhältnismäßig einfach und kostengünstig; und benötigt zudem keine organischen Lösungsmittel. Als Katalysatoren dienen Wasser und Schwefelsäure sowie ein spezieller platinhaltiger Katalysator. Die Umwandlung erfolgt in drei Reaktionsschritten. In einem ersten Schritt wird Biomasse zu Furfural umgesetzt, ein bereits bekannter industrieller Prozess. Daraus wird 2-Methyl-Furfural (2MF) hergestellt, das als Ausgangsprodukt der Dieselsynthese dient. Die gasförmigen und leichteren Nebenprodukte der Biodieselherstellung lassen sich zur Wärmeerzeugung nutzen. Der Biodiesel mit einer Cetanzahl von 71 und einem Pourpoint von -90 Grad Celsius hat eine hervorragende Qualität und kann theoretisch direkt mit konventionellem Diesel gemischt werden. Den Praxistest muss der Biodiesel aber erst noch bestehen.

Josephin Lehnert

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