Heizen mit Holz – Funktionsprinzip der Holzheizung

Eine Holzheizung beruht auf einem simplen Prinzip. Durch das Verbrennen eines Brennstoffs wird Wärme erzeugt, die dann für Heizzwecke oder für die Brauchwassertemperierung eingesetzt werden kann. Doch es gibt noch ein weiteres Funktionsprinzip, das sich Holzheizungen zu Nutzen macht, die Vergasung.

Holzbrennkessel

Im Kessel einer Holzheizung, ob mit Scheitholz, Hackschnitzeln oder Pellet als Brennstoff befüllt, wird zunächst ein Verbrennungsvorgang eingeleitet. Ein automatischer Zündvorgang sorgt dafür, dass der Brennstoff mit dem nötigen Zündfunken anfängt zu brennen. Ein integriertes Thermostat steuert dabei den Wärmebedarf. Ist viel Hitze nötig, so wird automatisch weiteres Brennmaterial nachgefüllt, ist die Temperatur erreicht, schaltet das System auf Sparflamme – oder ganz aus!

Sowohl Einzelöfen, als auch Zentralheizungssysteme arbeiten nach dem selben Prinzip. Sie unterscheidet letztendlich nur die Art und Weise, wie sie die gewonnene Wärme wieder abgeben. Bei Einzelöfen ist es die Strahlungswärme, die für eine angenehme Raumtemperierung sorgt, bei Holzzentralheizungen wird die Wärme in den Heizungskreislauf geleitet. Beide Varianten sind zudem mit einer so genannten Rückbrandsicherung ausgestattet, die verhindert, dass die Flammen mit dem bevorrateten Brennstoff in Verbindung kommen und so eventuell einen Brand auslösen könnten. Große Holzzentralheizungen sind zudem in der Regel zusätzlich mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet, die, sobald eine Überhitzung droht, via Umwälzpumpe kaltes Wasser in das System leitet, um es zu kühlen.

Holzvergaserkessel

Der Holzvergaserkessel ist im Prinzip eine Weiterentwicklung des Holzbrennkessels. Bei diesem System wird Wärme zum einen aus der Verbrennung des Feststoffs gewonnen, zum anderen aus den Gasen, die beim sachten Erwärmen des Holzes entstehen. Ein Holzvergaserkessel verfügt über zwei Brennkammern, eine für den festen und eine für den flüchtigen Brennstoff. Das Brennmaterial wird zunächst nur zaghaft verbrannt, sodass das Wasser der Holzoberfläche verdampfen kann und die dabei freigesetzten Gase in die zweite Brennkammer aufsteigen. Die Gasverbrennung sorgt nun dafür, dass die Verdampfung bis in das Innere des Brennstoffs fortgesetzt wird und sämtliche flüchtige Stoffe entweichen. Bei Feuerholz sind das immerhin rund 80 Prozent.

Übrig bleibt nun ein Haufen glühende Holzkohle, die unter Zuführung von Sauerstoff beinahe restlos zu Asche verbrennt. Ein Holzvergaserkessel arbeitet somit deutlich effizienter, als ein gewöhnlicher Holzbrennkessel. Zusammen mit einem Pufferspeicher kann übrigens bei beiden Varianten ein Höchstmaß an Effizienz erreicht werden, da überschüssige Wärme gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden kann.

Judith Schomaker

Add comment