Erneuerbare Energien in Brasilien – ein Zukunftsmarkt

Erneuerbare Energien gehören für viele Länder bereits zum Standard und werden stetig ausgebaut. Auch in Brasilien ist das Wachstumspotenzial, trotz Wirtschaftskrise, für die „Erneuerbaren“ enorm groß und zieht zahlreiche Investoren aus dem Ausland an. Gesetzgebung und Förderprogramme tragen ebenso dazu bei, dass der Ausbau regenerativer Energiequellen vorangetrieben wird.

Laut dem brasilianischen Energiegesetz aus dem Jahr 2002 soll bis zum Jahr 2015 allen Haushalte in Brasilien der Zugang zum Strom ermöglicht werden. Die Energieversorger wurden also per Gesetzt dazu verpflichtet, Stromzugänge für jeden zu schaffen! Das Unterfangen klappt mitunter auch recht gut, immerhin werden bereits 80 Prozent des Stroms für den Südosten, Süden und Westen in großen Wasserkraftwerken gewonnen, allerdings läuft die Entwicklung bei der Stromversorgung in den Infrastrukturschwachen Regionen wie Norden oder Nordosten nur schleppend. Es steckt aber noch weit mehr unausgeschöpftes Potenzial in dem fernen Land.

So bietet insbesondere der Nordosten mit seinem windreichen Küstenabschnitt hervorragende Möglichkeiten für den Windenergiesektor. Brancheneinschätzungen zufolge könnten sich installierte Windanlagen innerhalb von zwölf Jahren amortisieren. Von einem eigenen brasilianischen Windsektor kann derzeit allerdings noch nicht die Rede sein, da er einfach zu wenig entwickelt ist. Das könnte sich aber, dank der guten Voraussetzung und der wachsenden Investitionsfreude ausländischer Firmen, bald ändern. Derzeit liegt Brasilien im Windsektor mit einer installierten Leistung von 247 Megawatt noch auf Platz 14. Um den Vergleich zu verdeutlichen: in Deutschland liegt die installierte Windenergie bei fast 22.500 Megawatt. Die Chancen auf dem brasilianischen Markt sind also für investitionsfreudige ausländische Wettbewerber hervorragend.

Großes Potenzial verspricht ebenfalls die Energiegewinnung aus Biogas. Hier steckt Brasilien allerdings noch in den Kinderschuhen und auch in der brasilianischen Energiematrix hat Biogas keinen festen Standort. Dabei ist das Potenzial ganz immens, um auch unterentwickelte Regionen mit Energie zu versorgen. Als eines der größten Müllproduzenten weltweit und dem größten Markt für Agrarbusiness überhaupt, liegt hier ein riesiges Marktpotenzial für praxisnahe und ausgereifte Lösungen aus dem Ausland. Um ihre schlechte Müllentsorgung und das mangelhafte Recyclingsystem weiß Brasilien dabei sehr wohl bescheid. Biogasanlagen würden die Kosten für den Transport und die Endlagerung von Müll senken und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Landwirtschaftliche und schwer zugängliche Regionen könnten ihre organischen Abfälle und tierischen Exkremente entsprechend verwerten und in Energie umwandeln und das hohe Müllaufkommen in den Städten ließe sich sinnvoll verarbeiten.

Judith Schomaker

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