Biowärme für das Lechenicher Schulzentrum

Das neue Heizwerk in Erftstadt-Lechenich konnte sich bei den eisigen Temperaturen in den vergangenen Wochen bewähren. In der kalten Jahreszeit erwärmte die Anlage, die mit Holzhackschnitzeln gefeuert wird, vier Schulen, zwei Turnhallen, eine Tennishalle, ein Frei- und ein Hallenbad sowie einen Kindergarten.

Während der Heizperiode erzeugen zwei Heizkessel mit 850 Kilowatt thermisch die Grundversorgung und stellen 85 Prozent der notwendigen Wärmeenergie bereit. Die Wärme wird über eine Ringleitung mit einer Länge von 1.500 Metern über 16 Stationen an die einzelnen Gebäude verteilt. An besonders kalten Tagen ergänzen alte Gasheizanlagen die Wärmeversorgung. Durch dieses Konzept können gegenüber der Situation vor drei Jahre 365.000 Kubikmeter Erdgas eingespart werden. Zusammen mit weiteren Einsparmaßnahmen bedeutet das nach Angaben der Energieagentur NRW eine Entlastung um 1.081 Tonnen CO2 .

Erftstadt hat das Projekt als Energieliefer-Contracting-Vorhaben umgesetzt. Den Zuschlag bekam die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH, deren Vertrag zunächst über 15 Jahre läuft. Das Unternehmen betreibt auch in anderen Städten der Region Contracting-Projekte. Für den Betrieb des Heizwerkes ist keine ständige Anwesenheit von Personal erforderlich. Die moderne Datenübertragung macht eine Fernsteuerung möglich.

Der Brennstoff Hackschnitzel entsteht zum Beispiel bei der Ernte und Verarbeitung von Waldholz oder als Rest aus der Holzverarbeitung. Die Eigenschaften sind von der Herkunft abhängig: Laubholz hat einen höheren Brennwert als Nadelholz. Stammholz erzeugt bei der Verbrennung weniger Asche als Rinde oder Material aus der Landschaftspflege. Um die Qualität der Hackschnitzel zu beurteilen, bedient man sich der österreichischen Norm ÖNORM M 7133. Darin wird das Material nach Teilchengröße, Wassergehalt, Schüttdichte und Aschegehalt in verschiedene Klassen eingeteilt. Daneben gibt es die europäische Vornorm prCEN/TS 14961.

So unterschiedlich die Herkünfte der Hackschnitzel sind so variabel ist auch deren Heizwert. Daher erfolgt die Abrechnung im Heizwerk über Wärmemengenzähler. Das hat für Lieferant und Abnehmer Vorteile. Der Anlieferer kann die Ware zum Beispiel weitgehend unabhängig vom Feuchtegehalt bringen. Der Abnehmer hat nicht den Aufwand, jede Anlieferung zu überprüfen.

Susanne Kirsch

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