Biogas – eine Alternative für Landwirte

Längst ist es vielen kleinen und mittelständischen landwirtschaftlichen Betrieben nicht mehr möglich, dem starken Konkurrenzkampf standzuhalten. Die Entscheidung für oder gegen die Produktion von Lebensmitteln sollte jedoch nicht zum Kernthema werden, wenn es beispielsweise darum geht, den elterlichen Betrieb fortzuführen. Eine sinnvolle Ergänzung, insbesondere für die derzeit schwierige Gesamtsituation von Milchviehbetrieben, bietet die energetische Nutzung von Biogas.

Im vergangenen Jahr konnte die Biogas-Branche mit der Errichtung von rund 500 Neuanlagen erstmals seit dem Jahr 2006 einen Aufwärtstrend beobachten, der sich auch in diesem Jahr weiter fortführen soll. Zurzeit decken insgesamt 4.500 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.650 Megawatt den jährlichen Strombedarf von 3,8 Millionen Haushalten.

 

Ein erfreulicher Trend, denn mehr als 90 Prozent der in Deutschland betriebenen Biogasanlagen werden auf der Basis von landwirtschaftlichen Substraten betrieben. Neben Energiepflanzen und Gülle kommen hier auch Restprodukte wie Apfeltrester, Speisefette oder Bierschlempe aus der Lebensmittelproduktion zu den vergärbaren Produkten, deren Rückstände anschließend als Dung wieder auf den Felder ausgebracht werden kann. Zudem tragen die Biogasanlagen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei, denn das bei der Strom- und Wärmeproduktion freigesetzte Kohlendioxid wurde vorab bereits von den Energiepflanzen gebunden.

Gerade kleinen landwirtschaftlichen Betrieben wurde durch die Novellierung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes aus dem Jahr 2009 der Einstieg in die Biogasproduktion erheblich erleichtert. Durch den so genannten Gülle-Bonus, beim Einsatz von mindestens 30 Prozent Gülle in der eigenen Biogasanlage, wird somit ein sinnvoller Anreiz geschaffen, um die Produktion von Lebensmitteln sinnvoll zu modifizieren. Viele Jungbauern finden hierin eine Chance, sich dem elterlichen Betrieb anzunehmen und den Fokus nicht ausschließlich auf die Lebensmittelerzeugung zu legen, sondern nach Alternativen zu suchen, um die Landwirtschaft aufrecht zu erhalten und trotzdem einen gesicherten Lebensunterhalt zu generieren.

Judith Schomaker

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