Bioethanol aus Cellulose

In Straubing entsteht die bislang größte Produktionsanlage für die Herstellung von Cellulose-Ethanol, einem umweltfreundlichen Biokraftstoff der zweiten Generation. Cellulose-Ethanol wird aus Stroh oder Holz durch die Biokonversion von Cellulose gewonnen und kann anders als Biokraftstoffe der ersten Generation aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden. Da Biokraftstoffe erster Generation aufgrund ihres hohen Flächenverbrauchs und der Konkurrenz mit Nahrungs- und Futtermitteln verstärkt in die Kritik geraten, werden große Hoffnungen auf Biokraftstoffe zweiter Generation gesetzt.

Bislang war die Nutzung der Pflanzencellulose wegen ihrer schwierigen enzymatischen Zugänglichkeit kaum möglich und Bioethanol wurde hauptsächlich durch die alkoholische Vergärung von Zucker in Form von Stärke (Mais, Getreide) oder Saccharose (Zuckerrüben, Zuckerrohr) erzeugt. Da Cellulose, ein Vielfachzucker, aber den Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände bildet, mit einem Massenanteil von 50 Prozent,

liegt hier ein enormes Nutzungspotenzial für den Energiebereich. Zudem sind Reststoffe einsetzbar, die nicht mit Nahrungsmitteln konkurrieren und weit höhere CO2-Einsparungen erzielen als herkömmliche Bioenergiepflanzen.

 

In der Demonstrationsanlage in Straubing werden zellulosebasierte Pflanzenbestandteile mittels biotechnologisch hergestellter Enzyme in Zuckerbestandteile zerlegt, die der Ethanol-Herstellung dienen. Die Herstellung basiert auf dem sunliquid®-Prozess, einem innovativen und kostengünstigen Verfahren zur Cellulose-Ethanol-Herstellung. Die erforderlichen Enzyme zur Umsetzung der Cellulose werden auf den jeweiligen Ausgangsrohstoff hin optimiert und direkt in der Produktionsanlage vor Ort hergestellt.

Gebaut wird die Anlage vom Münchener Spezialchemieunternehmen Süd-Chemie AG. Die bayerische Staatsregierung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützen das Projektvorhaben, das insgesamt 28 Millionen Euro kosten wird. Ab Ende 2011 sollen jährlich bis zu 2.000 Tonnen Bioethanol aus Agrarreststoffen, wie etwa Getreidestroh, hergestellt werden.

Josephin Lehnert

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