Auf dem Prüfstand: Energiegras Alkar

Energiegras Alkar

Die Bioenergiedebatte ist noch lange nicht vom Tisch. Unter anderem der Vorwurf der Konkurrenz zu Lebensmitteln hat Bioenergie der ersten Generation stark in die Bredouille gebracht. Die Suche nach Alternativen richtet sich daher auch auf alternative Anbauprodukte, die – anders als Mais oder Soja – nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln stehen. Ein solches wäre das Energiegras Alkar, auch als Riesen-Weizengras oder ungarisches Hirschgras bekannt.

Energiepflanzen müssen eine Reihe von Eigenschaften erfüllen, um in die engere Auswahl als geeignete Alternative zu Mais, Soja oder Ölpalmen zu kommen. Vor allem schnelle Wachstumsraten, ein hoher Anteil an Pflanzenöl oder Zucker und hohe Energieerträge sind dabei ausschlaggebend, aber auch die Anwendbarkeit erprobter Anbau- und Erntetechniken.

Jatropha, Sorghumhirse, Miscanthus oder Algen werden schon seit einiger Zeit mehr oder weniger erfolgreich getestet. Die Holtmann Saaten GmbH, ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung alternativer Ackerpflanzen für die Biogasproduktion spezialisiert hat, erprobt hingegen den Anbau des Energiegrases Alkar.

Alkar Powergras (Agropyron Elongatum, Thinopyrom Ponticum) gehört zur Familie der hochwachsenden Gräser und stammt aus dem eurasischen Raum, ursprünglich aus dem Kaukasus. Die Pflanze blieb bislang weitgehend unbeachtet, bis ihr Potential für die Biogasgewinnung entdeckt wurde.

Das winterharte Riesen-Weizengras liefert bis zu 38 Prozent Trockenmasse-Erträge und zeigt eine hohe Umsetzungsrate in Biogasanlagen. Alkar kann von März bis September gesät werden. Einmal gesät kann es bis zu zehn Jahre lang geerntet werden, und das zwei Mal im Jahr. Denn die Pflanze wächst kontinuierlich bis spät in den Oktober hinein.

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Der Anbau von Alkar ist unproblematisch und kostengünstig, denn es bedarf keiner besonderen Ernte- oder Lagertechnik. Die Pflanze ist genügsam und gedeiht auf nahezu allen Böden. Zudem wirkt sie humusbildend. Die mehrjährige Anbauweise und die gute Durchwurzelung wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Bodenqualität aus und beugt Erosionsprozessen vor.

In der Testphase wurden im ersten Anbaujahr 2012 gut zwölf bis 15 Tonnen je Hektar in zwei Schnitten geerntet. Im zweiten Anbaujahr lag die geerntete Frischmasse bei 45 Tonnen pro Hektar. In Trockenmasse konnte ein Ertrag von 12,6 Tonnen je Hektar und damit eine Steigerung von 30 Prozent im Vergleich zum ersten Anbaujahr erzielt werden. Aus den ersten Zahlen ergibt sich ein TS-Gehalt von 28 Prozent. Das bedeutet, dass sich Alkar zum Einsatz in Biogasanlagen eignet, vor allem als Kosubstrat in Ergänzung zu Mais.

Josephin Lehnert

3 Bemerkungen

  • Wir haben ein jahrtausende alte und erprobte, perfekte Pflanze für all unsere Probleme. Die Hanfpflanze. Sie kann als Nahrungsmittel, Medizin, Öl, Baustoff, Papierlieferant und und und dienen. Sie muss nicht gespritzt werden und ist arbeitsextensiv.

  • Auch wenn das Alkar-Gras nicht direkt verzehrt werden kann, stellt es meines Erachtens doch eine flächenmäßige Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung dar und kann daher nicht wirklich als „Zweite Generation“ betrachtet werden, weil es ja kein Abfallprodukt aus der Lebensmittelerzeugung ist (oder kann der Samen des Alkar-Grases gegessen werden?).