Energetische Sanierung – Verbände fordern Maßnahmen im Gebäudesektor

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Energetische Sanierung: Vier Schritte zur Sanierung im Gebäudesektor.
Verbändebündnis fordert sozialverträgliche energetische Sanierung für den Gebäudesektor.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordert ein Bündnis von Verbänden mehr Impulse für energetische Sanierung. In den Gebäudesektor fallen rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs. Auch ist er für über ein Drittel der CO2-Emissionen Deutschlands verantwortlich. Das Verbändebündnis macht sich stark für energieeffizientes und bezahlbares Wohnen. Anstoß zu der Forderung gaben die Sondierungsgespräche der Jamaika-Parteien zum Thema Wohnen vergangenen Freitag. Um eine erfolgreiche Energiewende einzuleiten, muss insbesondere die Umsetzung eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 vorangetrieben werden.

Energieeffizienz soll keinen Widerspruch zu bezahlbarem Wohnen darstellen, sondern einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Das hatten Deutsche Umwelthilfe und Deutscher Mieterbund bereits Ende Oktober gefordert. Nun haben sich Verbraucherzentrale Bundesverband, Deutscher Mieterbund, Deutsche Umwelthilfe, der Bund der Energieverbraucher, der Naturschutzbund Deutschland, co2online und Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Vor allem die Definition des Niedrigenergiegebäudestandards für Neubauten und eine erfolgreiche Anhebung der Sanierungsrate werden entscheidenden Einfluss haben. Insgesamt haben die Verbände ihre Forderungen in vier Punkte untergliedert.

Energetische Sanierung in vier Schritten

Das Verbändebündnis stellt vier zentrale Forderungen an die Gespräche über energetische Sanierung. Einerseits muss die Politik dafür sorgen, den Neubaustandard zu erhöhen. Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden seien keine maßgeblichen Kostentreiber beim Neubau sowie Miet- oder Kaufpreisen. Dagegen lehnen die Verbände ab, Gebäude ausschließlich über den Ausstoß von CO2-Emissionen zu definieren.

Zusätzlich müssen die Kosten einer energetischen Sanierung steuerlich absetzbar sein, um Eigenheimbesitzer zu unterstützen. Diese sollte die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergänzen, damit Hausbesitzer für ambitionierte Sanierungsmaßnahmen gewonnen werden können.

Weiterhin sollte mehr Transparenz für Verbraucher hergestellt werden. Zukünftig sollten ausschließlich aussagekräftige, am tatsächlichen Energiebedarf orientierte Energieausweise für alle Gebäude verpflichtend ausgestellt werden. Außerdem fordern die Verbände die Streichung des Anschluss- und Nutzungszwangs von Fernwärme durch Kommunen.

Letzten Endes sollten Mieter bei Modernisierungsmaßnahmen im Energiebereich stärker entlastet werden. Bisher kann der Vermieter nach einer energetischen Modernisierung elf Prozent der Aufwandskosten auf die Jahresmiete umlegen. So führt die Modernisierungsumlage häufig zu drastischen Mieterhöhungen. Daher fordern die Verbände, die Umlage auf maximal sechs Prozent pro Jahr zu senken. Dem Investor sollten die öffentlichen Fördermittel direkt zufließen, dann könnte die Modernisierungsumlage sogar noch weiter gesenkt werden. Außerdem ist eine auf acht Jahre befristete Höchstgrenze für Mieterhöhungen einzuführen.

Quelle: NABU