Emissionen kosten laut OECD in vielen Ländern zu wenig

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CO2-Emissionen
CO2-Emissionen

Der Rückgang des CO2-Ausstoßes ist ein wichtiger Punkt im Kampf gegen den Klimawandel. Eine Maßnahme, die zu einer Reduzierung dieser Emissionen führen soll, ist der Handel mit Verschmutzungsrechten und das Versteuern von Energie mit CO2-Emission. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahm dies zum Anlass für einen Vergleich der CO2-Kosten in verschiedenen Staaten. Dazu analysierten sie 41 Industrie- und Schwellenländer, die zusammen für 80 Prozent der weltweiten Kohlenstoffdioxidproduktion verantwortlich sind. Das Ergebnis: in den meisten Ländern ist CO2 viel zu billig. Deutschland befindet sich im Vergleich im oberen Fünftel.

Zweck einer solchen Versteuerung und den Verschmutzungsrechten ist CO2-Emission unrentabel und damit unattraktiv zu machen. Denn wenn der Ausstoß teurer ist, als das dadurch gewonnene Produkt, bietet dies einen großen Anreiz auf Energieeffizientere Methoden umzustellen. Berücksichtigt werden bei dieser Untersuchung alle Steuern, die aus Energie mit besagtem Ausstoß gewonnen werden. Somit also auch die Benzinsteuer. Auch wenn ein großer Teil von dieser nicht nur als Schadensausgleich für die Klimaverschmutzung dienen soll, sondern auch zur Finanzierung von Straßen, macht der Straßenverkehr den Großteil der erbrachten Steuern aus.

Der Handel macht an dieser Stelle mit dem Erwerb von Verschmutzungsrechten dagegen nur gute 5 Prozent aus. Nichtsdestotrotz gilt der Handel als wichtigstes Werkzeug zur CO2-Reduzierung. Auch wenn es pro Tonne Kohlenstoffdioxidausstoß keinen festgesetzten Preis gibt, gibt es eine Höchstgrenze der erlaubten Emissionsmenge. Die Unternehmen müssen für jede Tonne Ausstoß ein Zertifikat kaufen. Eigentlich eine gute Idee, da man annehmen würde, dass der Preis für ein solches Zertifikat durch die begrenzte Menge in die Höhe getrieben wird. Doch seit einiger Zeit steht der Emissionshandel innerhalb der EU unter Kritik. Auch wenn nicht mehr CO2 ausgestoßen wird, als von der EU durch die Höchstgrenze erlaubt ist, sollen zu viele Zertifikate zur Verfügung stehen, wodurch eine Tonne Kohlenstoffdioxidemission momentan nur circa 5 Euro kosten soll.

Die Autoren der Studie des OECD schätzen den Wert einer Tonne jedoch auf 30 Euro für den Schadensausgleich um die realen Klimakosten decken zu können. Manche Wissenschaftler setzten den Preis pro Tonne sogar bei 40 bis 50 Euro an. Das schockierende: derzeit kosten 90 Prozent der untersuchten Emissionen weniger als die geschätzten 30 Euro. Der Durchschnitt der analysierten Länder liegt insgesamt nur bei 14,40 Euro pro Tonne CO2.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Preis pro Tonne Kohlenstoffdioxid bei 59 Euro und liegt damit über der „Mindestforderung“. Knapp 50 Prozent der Kohlenstoffdioxidemissionen kosten hierzulande 30 Euro oder mehr. Dies kommt dadurch zustande, dass eine Tonne Ausstoß im Straßenverkehr ganze 220 Euro kostet. Eine Tonne im Handel kostet dagegen nur 23 Euro und liegt damit noch unter den 30 Euro. Trotz allem liegt Deutschland mit diesem Wert im Vergleich noch immer im oberen Fünftel.

Quelle: FAZ 

 

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