Elefantengras versus Energieholz

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Die nachhaltige Produktion von Brennmaterialien gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vorbei die Zeiten, in denen ausschließlich edle Hölzer aus dem heimischen Wald zur Verfeuerung genutzt wurde. Immer lauter wird der Ruf nach Alternativen, die einen hohen Heizwert aufweisen und zudem nachhaltig angebaut werden können. Hölzer wie Buche und Eiche rangieren auf der Beliebtheitsskala für den heimischen Ofen zwar nach wie vor auf den vorderen Plätzen. Bei der Pelletierung und Verarbeitung zu Hackschnitzeln hingegen machen sich immer mehr so genannte Energiehölzer einen Namen. Auch Miscanthus giganteus, oft als Elefantengras oder Chinaschilf bezeichnet, nimmt an Beliebtheit mehr und mehr zu. Doch worin bestehen die Unterschiede der beiden jungen Energielieferanten und welche Risiken bergen sie?

Als Energiehölzer oder auch Kurzumtriebshölzer werden in der Regel schnell wachsende, stark austriebige Holzarten verwendet. Pappeln und Weiden eignen sich hierfür nahezu ideal. Sie werden als Stecklinge in Reihen gepflanzt und erst, je nach klimatischen Verhältnissen, nach drei bis zehn Jahren geerntet. Gerne wird bei Kurzumtriebsplantagen auf Flächen zurückgegriffen, die für andere Nutzungsarten nur bedingt geeignet sind, weil bei den Energiehölzern im Gegensatz zu anderen Kulturarten nur wenig bewirtschaftet werden muss. Bei Kurzumtriebsplantagen handelt es sich um Dauerkulturen, die, einmal gesetzt, bis zu 20 Jahre genutzt werden können. Geerntet wird bei einer Wuchshöhe von sechs bis acht Metern, bei durchschnittliche drei bis sechs Ernterotationen innerhalb der Wirtschaftsdauer.

Problematisch sind bei den Kurzumtriebshölzern vor allem die hohen Investitionskosten zu Beginn der Bepflanzung und der lange Produktionszeitraum bis zur ersten Ernte. Auch gängige Schädlinge aus der Forstwirtschaft spielen eine gewichtige Rolle für den Ertrag. Wildverbiss und Schädlinge wie Rostpilz und Pappelkäfer können zu erheblichen Ertragseinbußen führen, wogegen jedoch Herbizide eingesetzt werden können.

Diese Problem kennt der Miscanthus giganteus kaum. Wie die Kurzumtriebshölzer gehört auch er zu den Dauerkulturen, wird also einmal gepflanzt und ist danach über Jahre hin erntefähig. Allerdings benötigt auch er bis zur ersten möglichen Ernte eine Wachstumszeit von zwei Jahren. Erst im dritten Jahr nach der Pflanzung erreicht Miscanthus seine eigentliche Größe und kann ab dann jedes Jahr abgeerntet werden. Schädlinge spielen, wenn überhaupt, nur in den ersten beiden Jahren eine Rolle. Der größte Feind in dieser jungen Phase ist hauptsächlich platzergreifendes Unkraut, denn Miscanthus ist in seinem ersten Lebensjahr recht konkurrenzschwach, Unkraut muss also manuell oder mit der chemischen Keule bekämpft werden. Ein weiteres Problem, mit dem der Miscanthus jedoch recht gut alleine fertig wird, ist der Verbiss durch Wildkaninchen. Ab dem zweiten Jahr kann er dann ganz gut auf sich selber aufpassen und ist auch in Sachen Düngung äußerst pflegeleicht – Miscanthus düngt sich durch das herabfallende Blattwerk praktisch selbst. Ein direkter Vergleich zwischen Miscanthus und Energieholz ist daher kaum möglich, auf den ersten Blick überwiegen jedoch die Vorteile des Miscanthus.

Judith Schomaker

 

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