Hilferuf: El Niño verursacht schwere Dürre in Äthiopien

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Hungersnot in Äthiopien
Hungersnot in ÄthiopienHungersnot in Äthiopien

Bereits im April könnten mehr als zehn Millionen Menschen in Äthiopien von einer akuten Hungersnot bedroht sein, berichtet die Hilfsorganisation CARE. Seit mehreren Monaten berichten Hilfsorganisationen von der Katastrophe, doch es fehlen weiterhin Spenden, um den Betroffenen zu helfen. Der Grund für die Krise ist das Wetterphänomen El Niño. CARE bittet die Weltgemeinschaft dringend um Unterstützung.

Das Land am Horn von Afrika erlebt nun schon das zweite Dürrejahr in Folge. Seit März 2015 gab es in Äthiopien kaum Niederschlag. In manchen Gebieten im Osten des Landes sei die Produktion von Getreide um 70 Prozent gefallen, berichtet CARE. Es ist die schwerste Dürre in Äthiopien seit über 30 Jahren. El Niño hat Äthiopien und viele andere Länder des afrikanischen Kontinents so stark getroffen wie schon lange nicht mehr.

„Gerade chronisch arme Familien, die kaum Reserven bilden können, stehen jetzt vor dem Nichts,” berichtet Wolfgang Jamann, Generalsekretär von CARE International, der vor kurzem aus Äthiopien zurückgekehrt ist. Die Hilfsorganisation betont, dass Frauen und ihren Kindern jetzt besonders dringend geholfen werden müsse. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen 1,7 Millionen Kinder, schwangere sowie stillende Frauen in Äthiopien dringend Unterstützung.

In den letzten drei Jahrzehnten konnte die äthiopische Regierung die Ernährungssicherheit im Land deutlich verbessern. Während der Trockenzeit unterstützen Sozialprogramme Millionen von Menschen mit Bargeld oder Nahrungsmitteln. So können Ersparnisse geschützt und verhindert werden, dass die Betroffenen aufgrund von Dürren weiter in die Armut abrutschen. Doch die extreme Trockenheit in diesem Jahr untergräbt diese Erfolge. Die äthiopische Regierung hat die internationale Gemeinschaft daher um Hilfe gebeten. Bisher seien jedoch nur etwa die Hälfte der notwendigen Gelder bereitgestellt worden.

„Bis zur nächsten Ernte dauert es noch Monate und die Unterernährung in der Bevölkerung steigt rapide an, so Jamann. „Aufgrund der logistischen Herausforderungen dauert es einige Zeit, bis Nahrungsmittel die Menschen in Not erreichen können. Wir dürfen keinen Tag mehr warten und müssen Hilfe für die über zehn Millionen Menschen in Not jetzt auf den Weg bringen. Sonst haben sie im April nichts mehr zu essen.”

Das Klimaphänomen El Niño hat starke Auswirkungen auf die Klimasysteme fast überall auf der Erde. In machen Regionen kommt es zu starken Stürmen, anhaltenden Regenfällen und Überschwemmungen. Andernorts, wie auch am Horn von Afrika, bleibt der Regen fast vollständig aus. Der derzeit stattfindende El Niño gilt schon jetzt als der stärkste je gemessene. Auch in anderen Teilen Afrikas spielt deshalb das Wetter verrückt. In Südafrika und Simbabwe fehlt es ebenfalls an Niederschlag, in Kenia, Burundi und Ruanda hingegen regnete es so viel, dass ganze Ernten weggespült wurden.

Wer den Betroffenen gerne helfen möchte, kann sich auf der Website von CARE über die Möglichkeiten dazu informieren. CARE unterstützt in Äthiopien eigenen Angaben zufolge im Moment eine halbe Million Menschen mit Lebensmittelhilfe, 150.000 Kinder und Mütter mit Zusatznahrung und stellt für 290.000 Menschen sauberes Trinkwasser bereit. Weltweit hat CARE bisher über 1.1 Millionen von El Niño betroffene Menschen in sechs Ländern unterstützt.

Quelle: Care

 

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