Eisbären können sich nicht an Klimawandel anpassen

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Eisbären sind vom Klimawandel bedroht
Eisbären sind vom Klimawandel bedroht

In einer großangelegten Studie haben Forscher jetzt herausgefunden, dass sich Eisbären schlechter als gedacht an die aufgrund des Klimawandels immer wärmeren Temperaturen in der Arktis anpassen können. Bislang hatte man gehofft, die Tiere könnten die verlängerten Hungerzeiten im Sommer durch eine Anpassung ihres Stoffwechsels überstehen – selbst wenn die Sommer durch die globale Erwärmung immer früher einsetzen. Doch die neusten Forschungsergebnisse haben das nicht belegt. Die Eisbären drohen durch die Folgen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten auszusterben.

Eisbären jagen hauptsächlich im Winter, wenn das Packeis im Nordpolarmeer noch aureichend vorhanden ist. Dann kommen dort Robben zum Atmen an die Oberfläche und die Eisbären finden auf dem Eis einen reich gedeckten Tisch. Über den Winter fressen sie sich so die Fettreserven an, die sie benötigen, um die arktischen Sommer zu überstehen. Denn dann gibt es nur karge Kost. Das Packeis schmilzt und die Tiere müssen sich auf das Festland zurückziehen – weit entfernt von den Robben. Dort müssen sie sich mit kleinen Säugetieren oder Vögeln begnügen. Die bis zu 800 Kilogramm schweren Tiere sind an Land eher behäbig und überhitzen schnell. Ihre Körper sind für die Jagd auf größere Beute, wie beispielsweise Rentiere, nicht geeignet, da sie lediglich über kurze Strecken höhere Geschwindigkeiten erreichen können.

In der Vergangenheit kamen die Polarbären allerdings gut zurecht mit diesen Umständen, da die Winter lang genug waren, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Sommer anzufressen. In Zeiten der globalen Erwärmung steigen die Temperaturen in der Arktis jedoch seit Jahren deutlich an. Die Folgen sind kürzere Winter und längere Sommer. Für die Eisbären am dramatischsten: Das Packeis im Nordpolarmeer, das die Lebensgrundlage der weißen Riesen bildet, schmilzt immer früher. Dadurch haben die Eisbären immer weniger Zeit, sich den dringend benötigten Winterspeck zuzulegen, bevor das Eis verschwunden ist und die Tiere aufs Festland zurückkehren müssen.

Mit anderen Worten: Eisbären sind stärker als viele andere Tierarten auf ein konstantes Klima angewiesen und können sich wesentlich schlechter an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen. Das haben nun auch US-Forscher anhand einer großangelegten Studie unter Beweis gestellt. Die Forschungsreise konnte außerdem die größte Hoffnung auf einen Fortbestand der Art bei steigenden Temperaturen in der Arktis nicht bekräftigen:

Bislang hatten Zoologen gehofft, dass die Eisbären sich möglicherweise an die früher einsetzenden wärmeren Temperaturen anpassen könnten. Die Theorie klang überzeugend: Andere Bärenarten, wie beispielsweise Braunbären, verringern ihre Körpertemperatur und verlangsamen dadurch ihren Stoffwechsel. So kommen sie mit dem angefressenen Fettpolster über den Winter. Auch Eisbären könnten zu diesem Trick greifen und den Sommer im „Energiesparmodus“ verbringen, wenn der Winter immer kürzer wird – so zumindest die Hoffnung der Forschung.

Doch der Zoologe Prof. John Whiteman von der Universität von Wyoming in Laramie und seine Kollegen konnten trotz umfassender Untersuchungen vieler Eisbären keinerlei Hinweise darauf finden, dass sich die Tiere auf diese Weise an den Klimawandel anpassen. Das Forscherteam um Whiteman setzten für ihre Studie die US-Küstenwache samt Eisbrecher und mehreren Hubschraubern in Bewegung, um die Tieren in Alaska und Kanada einzufangen und ihnen Geräte zur Messung der Körpertemperatur einzusetzen. Das sei so aufwändig gewesen, dass es vielleicht nie mehr wiederholt werde, sagte einer der Organisatoren der Forschungsreise.

Doch die Ergebnisse waren enttäuschend. Demnach sank die Körpertemperatur viel weniger als bei anderen Bärenarten in Winterruhe und ähnelt eher der Reaktion auf eine Fastenzeit. So sparen die Eisbären aber nur wenig Energie. Zu wenig, um sich auf diese Weise an den Klimawandel anzupassen. In den nächsten Jahren drohen den Eisbären in vielen Regionen immer wärmere Sommer und kürzere Winter. Ihre Lebensgrundlage – die Robben – sind dann für immer kürzere Zeiträume erreichbar. Auch können Eisbären nicht einfach auf andere Nahrung umsteigen, da die Tiere ihren Stoffwechsel und ihre Ernährung über Jahrtausende auf fettreiche Meeressäuger wie Robben eingestellt haben. Da die aktuelle globale Erwärmung viel zu schnell voranschreitet, bleibt den Eisbären keine Möglichkeit sich an die geänderten Bedingungen anzupassen. Die Überlebenschancen für die größte Bärenart der Erde sind demnach leider alles andere als Hoffnung erweckend.

Quelle: IFL Science

 

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