Einzigartiges Schutzabkommen für kanadischen Regenwald

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Historischer Sieg für den Waldschutz
Historischer Sieg für den Waldschutz

Der Great Bear Regenwald in Kanada, einer der letzten großen nördlichen Küstenregenwälder der Welt, steht seit Montagabend fast vollständig unter Schutz. Damit darf dort ab sofort kein Baum mehr abgeholzt werden. Die Umwelt-schutzorganisation Greenpeace spricht von einem großen Erfolg für den Waldschutz. Seit fast 20 Jahren kämpfen Umweltschützer gegen die Zerstörung des kanadischen Regenwaldes. Die einst von völliger Abholzung bedrohte Region ist die Heimat zahlreicher seltener Tiere, darunter der ausschließlich dort vorkommende Geisterbär.

Es ist ein überraschend großes Zugeständnis der kanadischen Behörden und ein schwerer Schlag für die Holzindustrie: Ab sofort sind 85 Prozent des Great Bear Regenwaldes an der kanadischen Westküste vor der Abholzung sicher. Auf einer Waldfläche von mehr als drei Millionen Hektar – das entspricht etwa der Größe Belgiens – darf künftig kein industrieller Holzeinschlag mehr betrieben werden. Die übrigen 15 Prozent des etwa 3,6 Millionen Hektar großen Waldes unterliegen ab sofort strengen gesetzlichen Auflagen für die kommerzielle Forstwirtschaft.

„Das ist ein riesiger Erfolg für den Great-Bear-Regenwald und für den internationalen Waldschutz. Unser langer Atem in Verhandlungen und bei weltweiten Protesten gegen die Zerstörung dieser einzigartigen Waldlandschaft hat sich gelohnt”, sagte gestern Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace.

Bereits seit fast 20 Jahren kämpft Greenpeace gemeinsam mit anderen Umweltschutzorganisation, Forstunternehmen und Vereinigungen indigener Völker gegen die Abholzung dieses vom Menschen noch weitgehend unberührten Lebensraums. Noch vor rund 20 Jahren waren Teile des für seinen Tier- und Pflanzenreichtum bekannten Regenwaldes vom völligen Kahlschlag bedroht. Die kommerzielle Holzindustrie beutete die Region bis weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus aus. Vor allem, um Zellstoff für die Papierherstellung zu gewinnen.

Das zog Ende der 1990er Jahre weltweite Proteste nach sich. Auch deutsche Zeitschriftenverleger schlossen sich an und drohten, Verträge mit kanadischen Lieferanten zu kündigen. Die Provinzregierung von British Columbia reagierte schließlich auf den großen Druck und verbot 2006 die Abholzung in rund einem Drittel des Waldes. Nach weiteren Verhandlungen gab die Regierung am Montag Abend europäischer Zeit überraschend den umfassenden Schutzplan für den Great Bear Regenwaldes bekannt.

„Dieses Abkommen ist weltweit beispielgebend für Waldschutz, die Berücksichtigung der Rechte von indigenen Gemeinschaften und den Kampf gegen den Klimawandel”, so die Waldexpertin von Greenpeace

Der Great-Bear-Regenwald ist einer der größten noch verbliebenen gemäßigten Küstenregenwälder der Welt. Die Waldtäler an der kanadischen Westküste beheimaten bis zu tausend Jahre alte Bäume. Zudem leben dort zahlreiche indigene Gemeinschaften und viele seltene oder bedrohte Tierarten wie Grizzy-Bären, Wölfe und Seeadler. Weltweit einzigartig ist der so genannten Geister- oder Kermode-Bär – eine Unterart des nordamerikanischen Schwarzbären. Er hat weißes Fell und kommt ausschließlich in dieser Region vor.

Quelle: Greenpeace

 

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