EinDollarBrille – Wie geht das Projekt voran?

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EinDollarBrille e.V.
© EinDollarBrille e.V.

Eine Brille für einen Dollar. Diesen Einfall hatte der Verein OneDollarGlasses – EinDollarBrille. Denn weltweit benötigen über 700 Millionen Menschen eine Brille und können sie sich nicht leisten. Dadurch können sie nicht lernen, nicht arbeiten, ihre Familie nicht versorgen.

Deswegen gibt es jetzt die EinDollarBrille, die einen leichten und flexiblen Stahlrahmen und vorgefertigte Linsen hat, die lokal mit simplen Biegungsmaschinen angepasst werden können. Materialkosten: circa einen US-Dollar. Der Verein war schon in vielen Ländern tätig: in Äthiopien, Benin, China, Malawi, Mexiko und Burkina Faso. Diesen Oktober war der Verein auch in Indien unterwegs.

Der deutsche Gründer Martin Aufmuth erklärt: „Vor ein paar Wochen haben wir unser erstes Projekt in Indien gestartet. Innerhalb von nur  zweieinhalb Wochen haben wir Produzenten, Optiker und Optiktrainer ausgebildet. Es waren gefühlt die anstrengendsten aber auch erfolgreichsten Wochen meiner bisherigen Arbeit.“

EinDollarBrille e.V.
Raidas © EinDollarBrille e.V.

Aufmuth erzählt von Indien: „Während unseres Trainings gab es täglich feinen indischen Chai, serviert von Raidas, einem jungen Mann aus dem Slum am Rande der Stadt. Eines Abends – lange nach Arbeitsschluss – entdeckten wir Raidas, wie er heimlich und ganz fasziniert Brillen bog. Niemand hatte ihm das gezeigt. Und seine Brillen waren sogar gut! Er entschuldigte sich verlegen und wollte schon verschwinden – da fragten wir ihn, ob er denn gerne als Brillenhersteller bei uns arbeiten würde. Jetzt ist er der stolzeste Brillenproduzent von ganz Indien.“ (hier mit seiner ersten selbst gemachten Brille).

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Wie funktioniert die Arbeit bei EinDollarBrille e.V.?

Die Maschinen, die die Linsen biegen, benötigten keine Elektrizität und fordern daher praktisch keine Unterhaltungskosten. Männer und Frauen können in einem vierzehntägigen intensiven Training als EinDollarBrillen-Optiker ausgebildet werden – sodass sie danach ihr eigenes Business aufbauen können.

Nach dem Training arbeiten die Ausgebildeten unabhängig. Indem sie die Brillen für umgerechnet 2-7 US-Dollar verkaufen, können sie die Materialkosten decken und genügend verdienen, um sich selbst und ihre Familienmitglieder zu versorgen. Die Produktion kann sogar zu Hause durchgeführt werden. Somit haben insbesondere Frauen die Möglichkeit, gleichzeitig zu arbeiten und auf ihre Kinder aufzupassen.

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Kampagne © EinDollarBrille e.V.

„Heute, nur ein paar Wochen später, arbeiten in Indien rund 30 Menschen für die EinDollarBrille. Unser Ziel ist es, bereits 2018 über 200 junge Optiker auszubilden, die jährlich mehr als 100.000 Menschen versorgen können“, so Aufmuth.

 

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