Earth Overshoot Day – 6 Tage früher als 2014

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Green Lifestyle
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Gestern haben wir den Tag erreicht, an dem die Weltbevölkerung ihr Jahres-Budget an Ressourcen verbraucht und die Aufnahmekapazität der Erde für Treibhausgase überschritten hat. Und das, trotz aller Anstrengungen zur Verringerung der Emissionen und zur Ressourcenschonung, bereits sechs Tage früher als im Vorjahr. Dieser als „Earth Overshoot Day“ bezeichnete Tag findet – einer entmutigenden Tradition folgend -, von Jahr zu Jahr früher statt. Das zeigt, dass die Menschheit von einem natürlichen und nachhaltigen Umgang mit der Erde und deren Rohstoffen jedes Jahr weiter entfernt ist. Vor allem der Klimawandel macht dies besonders deutlich. Der hohe Emissionsausstoß ist daher Schwerpunkt der diesjährigen „Earth Overshoot Day“-Kampagne.

Dieses Jahr schon am 13. August: Der symbolische „Earth Overshoot Day“ ist, wie immer in den letzten Jahrzehnten, bereits deutlich früher eingetreten als im Vorjahr. Das berichtet das Umweltbundesamt. Seit gestern leben wir für den Rest des Jahres von der Erdsubstanz. Das heißt, wir entnehmen mehr Holz, Kulturpflanzen und Futtermittel als in unseren Wäldern, Nutzflächen und in unseren Fischgründen regeneriert werden können. Außerdem können die Ozeane und Wälder die von uns emittierten Treibhausgase nicht mehr absorbieren, da deren Aufnahmefähigkeit gestern überschritten wurde.

Zum Vergleich: Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember – gut vier Monate später als dieses Jahr. Der Grund für die immer frühere Überschreitung dieser „Nachhaltigkeitsgrenze“ ist der stetig wachsende Konsumhunger in den Entwicklungs- und Schwellenländern und in den Industrienationen. Dazu kommt das rapide Bevölkerungswachstum. Die Menschheit lebe derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung, schreibt das Umweltbundesamt. Zu diesem Ergebnis komme das Global Footprint Network, eine internationale Nachhaltigkeitsorganisation.

Eine derartige Übernutzung der Ökosysteme könne auf Dauer auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht funktionieren, schreibt das UBA. Spürbar werde dies derzeit besonders am Klimawandel. Die Übersättigung unsere Atmosphäre mit Treibhausgasen weit über das Maß hinaus, an dem die Erde es wieder absorbieren könnte, hat zu schmelzenden Polkappen, dem Verlust von Arten, immer extremeren Wetterbedingungen, Wasserknappheit und vielen weiteren fatalen Begleiterscheinungen geführt.

Schwerpunktthema der diesjährigen „Earth Overshoot Day“-Kampagne sind deshalb – auch im Hinblick auf die Weltklimakonferenz im Dezember in Paris -, die immer noch viel zu hohen Treibhausgasemissionen. „Der Ausstieg aus der fossilen Energie, wie er momentan weltweit in Vorbereitung für den Klimagipfel in Paris diskutiert wird, kann den „Footprint“ der Menschheit wieder auf eine gesunde Größe reduzieren.“, so Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Network.

Der symbolische Tag soll vor allen für die Politik, aber auch für uns alle deutlich machen, wie wichtig es ist, einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit unserem Planeten zu leisten. Wir müssen lernen, möglichst ressourcenschonend zu leben und in klimafreundliche Technologien investieren, so die Message des Earth Overshoot Day. Jeder einzelne von uns könne dabei seinen Beitrag leisten, schreibt das UBA. Indem wir unsere Konsummuster überdenken, Energie sparen, Ökostrom beziehen, saisonale Lebensmittel kaufen, auf langlebige Produkte mit Recyclingmaterialien setzen, auch gebrauchten Geräten eine Chance geben und Abfälle generell vermeiden, können wir den Planeten auch langfristig für uns Menschen in einer bewohnbaren Form zu bewahren. Dann wird eines Tages vielleicht auch der Earth Overshoot Day wieder auf einen späteren Tag im Jahr fallen.

 

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