E-Taxis tun sich noch schwer

,


E-Taxis sind noch Mangelware

Noch zu geringe Reichweite und zu wenige Ladestationen hemmen die Einführung von batteriebetriebenen E-Taxis. So lautet das Fazit einer Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums.

Taxis besitzen aufgrund ihrer hohen Fahrleistungen eine überproportionale Bedeutung für den Ausstoß von CO2 im Verkehrssektor. Zudem spielen sie aufgrund ihres vorwiegend innerstädtischen Einsatzbereichs und des vorherrschenden Dieselbetriebs eine wichtige Rolle bei der Debatte um verkehrsbedingte Luftschadstoffbelastung in Innenstädten. „Somit ergeben sich Potenziale durch die Umstellung auf E-Antrieb Verbesserungen in Hinblick auf die Treibhauswirkung und die Luftqualität zu erreichen“, heißt es in einer Untersuchung mehrerer Institute für das Bundesumweltministerium. Beteiligt waren KCW, Infras, IFEU und Öko-Institut.

Doch die Hürden für eine Umstellung sind noch hoch. So werden derzeit nur wenige zugelassene E-Taxis angeboten und zudem sind diese meist deutlich teurer als Diesel-Taxis. Voll ausgerüstete E-Taxis bieten momentan Mercedes-Benz mit dem B250e, Nissan mit Leaf und E-NV200 und BYD mit dem E6 an. Der BMWi3 ist in Deutschland wegen der gegenläufig öffnenden Türen nicht als Taxi zugelassen, der Tesla X 75 D und X 100 XP/DP entspricht noch nicht dem neuen Eichrecht. Denn demnach müssen die Hersteller zur Konformitätsbewertung (Taxometer) für jedes einzelne Fahrzeug die Schnittstellen offenlegen, was zumindest bis Mitte September bei Tesla nicht erfolgt ist.

Herausforderungen für E-Taxis

Eine weitere große Hürde sind die geringen Reichweiten der E-Fahrzeuge für den Taxibetrieb. „Fahrleistungen von 200 Kilometer pro Schicht sind nicht unüblich“, so die Autoren des Berichts. Viele Anwender wünschten sich sogar 500 Kilometer Reichweite, um spontan auch Kunden auch für längere Fahrten transportieren zu können. Dazu kommt, dass die Batterieleistung im Taxibetrieb durch lange Standzeiten, Heizung, Klimaanlage und Funk besonders in Anspruch genommen wird und sich dadurch die Reichweite verringert.

Ein großes Hemmnis ist die Ladeinfrastruktur, die an nächtlichen Stellplätzen bisher wenig verfügbar ist und Taxi-Betriebshöfe gibt es selten. „Die Fahrer fahren oft morgens 50 bis 100 Kilometer ins Bedienungsgebiet und beim Laden am Wohnort besteht die Abrechnungsproblematik mit Strom im Haushalt“, so der Bericht. Dazu kommt, dass Ladekabel Stauraum im Kofferraum wegnehmen und oft dreckig werden, was im Taxibetrieb als hinderlich ist. Für Schnelladen bestehen in der Branche noch große Vorbehalte aufgrund von unklaren Langzeitwirkungen auf die Batterie. Zudem ist Schnelladen bei Schichtende nicht einfach realisierbar. Induktives Laden wird von der Branche als wünschenswert angesehen. Denn auf diese Weise wäre Laden in „Warteschlangensituation“ möglich und keine zusätzlichen Zeitfenster für Zwischenladen nötig. „Bestrebungen zur Normung des induktiven Ladens sind zügig abzuschließen, um einen Praxiseinsatz zu ermöglichen“, fordern die Autoren des Berichts.

Finde heraus, wie Deutschland die E-Mobilität fördert hier auf CleanEnergy Project.