E.ON und Google starten Offensive für Solarstrom

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Photovoltaikanlagen über Berlin. Foto: Berliner Energieagentur
Photovoltaikanlagen über Berlin. Foto: Berliner Energieagentur

Der Ausbau der Solarenergie muss stärker forciert werden. Dazu wurde nun eine neue Partnerschaft ins Leben gerufen. Um die Solarenergie in Deutschland voranzubringen, kooperieren ab sofort der E.ON und Google mit dem Softwarehersteller Tetraeder. Mittelfristig planen die drei Partner den deutschlandweiten Ausbau.

 

Ab sofort bieten die Unternehmen die Plattform Sunroof in Deutschland an. Sie ist bereits in den USA erprobt worden – mit Erfolg. Auf der Plattform werden klassische Google-Technologien wie Google Earth, Maps, 3D-Modelle sowie Machine Learning verwendet, die für jedes erfasste Dach das entsprechende Solarpotenizal ermitteln. Zu Beginn des Projektes werden rund sieben Millionen Gebäude in den Ballungsräumen München, Berlin, Rhein-Main- sowie Ruhrgebiet abgedeckt. Hausbesitzern wird die Möglichkeit gegeben, einfach und präzise Effizienz und Kosten von Solaranlagen auf ihren Dächern auszuloten.

Sunroof berechnet, wie viel Sonnenlicht im Jahresmittel zu erwarten ist. Dazu werden Wetterdaten, die Position der Sonne sowie Eigenschaften des Daches – wie etwa Neigung oder Schatten umliegender Gebäude – berücksichtigt. Abschließend werden Kosten- und Nutzenfaktoren gegeneinander abgewogen und analysiert.

Zum Deutschland-Start wird die Plattform über eon-solar.de erreichbar sein. Interessenten können dort nicht bloß das Solarpotenzial ermitteln, sondern direkt Komplettpakete buchen. Darüber hinaus gibt der Energieriese eine „Sonnenscheingarantie“ ab. Nicht wie berechnet erzielte Erträge gleicht das Unternehmen finanziell aus.

In den USA deckt das Google-Projekt bereits etwa 60 Millionen Gebäude ab. Mehr als dreiviertel der Dächer stellten sich dabei als geeignet heraus. Den Angaben zufolge, wäre ein Stadt wie Houston (Texas) in der Lage, jährlich 19.000 Gigawattstunden Solarstrom zu produzieren. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von Berlin.

In Deutschland errechnete das Bundeswirtschaftsministerium ein nutzbares Potenzial für Photovoltaikanlagen von etwa 100 Gigawatt Leistung. Genutzt wird bisher etwa ein Viertel dieses Potenzials.

„Mit Sunroof gelingt es uns, den Vertrieb von Solaranlagen stärker zu digitalisieren und so die Attraktivität von Photovoltaik weiter zu steigern. Hier wird das Potenzial deutlich, das Digitalisierung für den weiteren Erfolg der Energiewende entfalten kann. Wir werden über Sunroof und die E.ON SolarCloud hinaus weitere digitale Produkte entwickeln, um unseren Kunden ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Sicherheit mit E.ON Solarlösungen zu bieten“, äußerte sich E.ON-Vorstandsmitglied, Karsten Wildberger zu dem neuen Online-Tool. Der deutsche Energieriese geht davon aus, dass mittelfristig 30 Kraftwerke durch Solaranlagen ersetzt werden können.

Quelle: E.ON