E-Bus Linie im Schwarzwald kommt gut an

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Der E-Kleinbus in Baiersbronn kommt gut an und schafft auch vollbeladen problemlos Steigungen bis zu 20 Prozent.
Der E-Kleinbus in Baiersbronn kommt gut an und schafft auch vollbeladen problemlos Steigungen bis zu 20 Prozent.

Die erste vollelektrische Buslinie im ländlichen Raum in Baden-Württemberg in Baiersbronn hat sich bewährt. Nun setzt die Schwarzwaldgemeinde auf einen weiteren Ausbau von E-Buslinien im Nationalpark Nordschwarzwald.

Aus einem Ideenwettbewerb zur Elektromobilität in Kommunen im ländlichen Raum entstand das Projekt „e-mobiler Gemeindebus“ in der Schwarzwaldgemeinde Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt). Seit Sommer 2015 ist dort die erste vollelektrische Buslinie im ländlichen Raum in Deutschland im Linienverkehr unterwegs, um abgelegene Seitentäler und Wanderhütten, die ansonsten nicht mit Autos angefahren werden dürfen, zu bedienen.

„Wir sind soweit sehr zufrieden“, sagt Kathrin Heinen, Projektleiterin Standortmarketing der Kommune. Zu Ausfällen und technischen Problemen sei es bisher nicht gekommen und die Nachfrage sei groß. Der elektrisch betriebene Kleinbus mit einer Transportkapazität von 20 Personen bewältige auch Steigungen mit 20 Prozent problemlos.

Der Mercedes City Sprinter 35 wurde nachträglich von der Elektrofahrzeuge Schwaben GmbH (EFA-S) umgerüstet. „Getankt“ wird der E-Bus mit 100 Prozent Ökostrom aus Wasserkraft der örtlichen Gemeindewerke. Die Reichweite des auf eine maximale Geschwindigkeit von 70 km/h begrenzten Kleinbusses liegt bei 150 Kilometern.

Rund 85.000 Euro kostete die Umrüstung, dazu kamen Anschaffungskosten für den gebrauchen Kleinbus von etwa 50.000 Euro. 50 Prozent der Umrüstungskosten wurden vom Land übernommen, den Rest der Investitionskosten schulterte das Baiersbronner Busunternehmen Klumpp, das die Buslinie betreibt. Zu Problemen sei es bisher auch im Winterbetrieb nicht gekommen, berichtet Tim Streefkerg, Geschäftsführer der Klumpp Mietbus GmbH.

Von einer Kostendeckung des E-Busses könne allerdings bisher nicht gesprochen werden, so der Klumpp-Geschäftsführer, sondern man verspreche sich hierdurch langfristige Vorteile bei ÖPNV-Ausschreibungen im Nationalpark Nordschwarzwald. Kurz- und mittelfristig setze man nun auf eine weitere Verdichtung des E-Linienverkehrs in Baiersbronn und damit auf eine verbesserte Auslastung. Man denke bereits an die Anschaffung eines zweiten E-Busses mit einer Kapazität von 30 Sitzplätzen.

„Wir können uns vorstellen, den E-Bus-Linienverkehr auszuweiten und weitere Seitentäler zu bedienen“, sagt Gemeindemitarbeiterin Heinen. Die Nationalparkverwaltung habe auch schon Interesse signalisiert, entsprechende Fahrzeuge einzusetzen. Nun sei allerdings auch die Politik gefordert, bei der Förderung der E-Mobilität nicht nur die Ballungszentren, sondern auch die ländlichen Räume verstärkt zu berücksichtigen.

 

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