DUH fordert Maßnahmen gegen Vermüllung der Meere

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Müllberge an Nord- und Ostsee. Foto: FotoHiero / pixelio.de
Die Vermüllung von Küsten und Meeren muss aufhören. © Hiero / pixelio.de

„Die Meere entwickeln sich zu einer riesigen Plastikmüllhalde“, sagte die Bundesumweltministerin am Donnerstag in New York. Dort fand die erste Weltozeankonferenz der Vereinten Nationen statt. Über 8000 Teilnehmer trafen sich, um gemeinsam die Rettung der Weltmeere anzugehen. Mit der Konferenz wollen die UN einen globalen Richtungswandel anstoßen und die UN-Nachhaltigkeitsziele besser umsetzen. Doch nicht nur die Weltmeere sind stark bedroht. Auch an deutschen Küsten häuft sich der Plastikmüll.

 

Durchschnittlich treiben inzwischen mehr als 18.000 Partikel Plastikmüll auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Schätzungen zufolge sollen es in der Tiefsee noch weit mehr sein. Tiere halten das Plastik für Nahrung, verletzen sich durch den Verzehr innere Organe und verenden qualvoll.

Dieses Problem findet sich aber nicht nur auf hoher See. Auch an deutschen Küsten findet sich immer mehr Müll zu Wasser und an Land. Das Umweltbundesamt (UBA) hat Anfang Juni einen Indikatorenbericht veröffentlicht, der das dramatische Ausmaß des Plastikmülls an heimischen Küsten bewertet.

Für das Monitoring in der Nordsee kam vor allem der Eissturmvogel in Frage. Der Großteil der Vögel, die tot am Strand gefunden wurden, hatte mehr als 0,1 Gramm Plastikmüll im Magen. Seit Beginn der Untersuchungen schwankt der Anteil zwischen 56 und 62 Prozent. Ein klarer Entwicklungstrend ist nicht zu erkennen. Der angestrebte Wert von zehn Prozent bleibt weiterhin unerreichbar.

„Wasser – in allen seinen Formen – ist Leben. Wir sind existenziell auf gesunde Meere angewiesen. Wir brauchen sie als nachhaltige Nahrungsquelle für eine wachsende Weltbevölkerung. Wir brauchen sie vor allem in den Ländern des Südens, um Wohlstand und sozialen Ausgleich zu steigern. Wir brauchen die Meere im Kampf gegen den Klimawandel. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, den unermesslichen Schatz an Tieren und Pflanzen zu schützen, den unsere Ozeane, Seen und Küsten beherbergen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in New York. Wirksame Maßnahmen blieben allerdings die letzten Jahre aus.

Infografik vom WWF
Infografik vom WWF

Das prangert auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) an. Nach Einschätzung der DUH tut die Umweltministerin in Deutschland kaum etwas, um die Verschmutzung der Meere wirkungsvoll zu bekämpfen.

„Die Bundesregierung einigte sich 2013 mit Herstellern darauf, dass diese bis 2020 freiwillig vollständig auf den Einsatz der Mikropartikeln aus Kunststoff verzichten. Doch die Bundesregierung selbst kontrolliert den Stand des freiwilligen Ausstiegs nicht, sondern verlässt sich ausschließlich auf die Aussagen der Industrie. Mikroplastik in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln muss verboten werden“, sagt Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft.

Weiterhin geht aus dem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, wie verdreckt die deutschen Meeresküsten mittlerweile sind. Durchschnittlich wurden 389 Müllteile auf 100 Metern an Nordseestränden gefunden. Alarmierend auch vor heimischen Küsten war die große Masse an Mikroplastikteilchen. In Nord- und Ostsee untersuchte tote Fische hatten zu 69 Prozent Mikroplastik im Magen. Verantwortlich seien unter anderem Fischerei, Müll von Schiffen, sowie Tourismus- und Freizeitaktivitäten in Strand und Meer.

Die Vorschläge und Maßnahmen der Umweltministerin mögen in anderen Teilen der Welt zu Verbesserungen führen, nach Einschätzung der DUH lässt Hendricks’ Engagement im eigenen Land allerdings stark zu Wünschen übrig.

Quellen: DUH , BMUB , UBA