DUH Dienstwagen-Check

,


© Sybille Mohn/fotolia

In regelmäßigen Abständen untersucht die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) die CO2-Emissionen der Dienstwägen von öffentlichen Behörden. Im Sommer wurde das Ergebnis der Umfragen unter deutschen Politkern bekannt gegeben. Nun, pünktlich zum Start ins neue Jahr, veröffentlichte die DUH die Ergebnisse ihrer Umfragen in Bundesbehörden und zusätzlich in öffentlichen Unternehmen und Landesbanken. Die Bilanz ist ernüchternd: nur drei Mal konnte die „grüne Karte“ vergeben werden. Acht öffentliche Unternehmen und Landesbanken verweigerten die Auskunft über ihre Dienstfahrzeuge sogar ganz.

29 deutsche Bundesbehörden und 18 öffentliche Unternehmen und Landesbanken wurden 2016 zu ihren Dienstfahrzeugen befragt. Ziel dieser Umfrage ist es, die CO2-Emissionen der entsprechenden PKWs zu ermitteln. Der EU CO2-Flottenzielwert liegt derzeit bei 130 g/km. Bis 2020 wird dieser Wert allerdings auf 95 g/km abgesenkt. In Hinblick darauf passt auch die DUH ihren Grenzwert Jahr für Jahr an, sodass die Emissionswerte der Dienstfahrzeuge in dieser Umfrage 124 g/km nicht überschreiten durften, um eine sogenannte „grüne Karte“ zu erhalten.

Auf Grund der Realemissionen des Dieselabgases Stickstoffdioxid NO2 werden Dieselfahrzeuge dieses Mal generell abgewertet und vom Erhalt einer „grünen Karte“ ausgeschlossen. Des Weiteren wurden individuelle Tank- und Strombezugsquellen nicht mitberücksichtigt, da ein Vergleich des Energieverbrauchs und dem CO2-Austoßes sonst nicht möglich gewesen wäre. Die Berechnung der Werte bei Elektroautos und Plug-In Hybriden basiert in dieser Umfrage auf den durchschnittlichen CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung.

Traurig, aber wahr ist, dass ganze 8 von 18 öffentlichen Unternehmen und Landebanken die Auskunft über ihre Dienstfahrzeuge ganz verweigerten. Über die Hälfte der Dienstwägen eines Unternehmenschefs, die sich dieser Umfrage nicht entzogen haben, überschritt die EU-Grenze von 130 g CO2/km jedoch deutlich. Die Auswertung der Daten der Dienstwagenflotten ergab aber immerhin einen Durchschnittswert von 123 g/km, was unter dem von der EU vorgegebenen Richtwert liegt. Besondern gut abgeschnitten hat dabei die Flotte des Bundesamts für Naturschutz mit einer CO2-Emission von lediglich 99 g/km. Getoppt wird dieser Wert nur noch von der Flotte der BwFuhrparkService GmbH, die auf nur 97 g/km kommt. Damit liegen diese beiden Flotten schon sehr nah am zukünftigen Wert von 95 g/km, den die EU bis 2020 verfolgt. Am schlechtesten abgeschnitten und sich im Vergleich zum Vorjahr sogar noch verschlechtert hat sich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel Sicherheit. Deren Flotte schaffte es auf einen durchschnittlichen Ausstoß von ganzen 187g CO2/km.

Über eine „grüne Karte“ dürfen sich bei den Behörden Steffen Seibert (Bundespresseamt), Birgit Esser (Bundesanstalt für Gewässerkunde) und Maria Krautzberger (Bundesumweltamt) freuen. Der Dienstwagen von Seibert liegt mit 121 g/km zwar nahe an der Höchstgrenze der DUH, schafft es aber dennoch auf den dritten Platz. Essers PKW landet mit 107 g/km an zweiter Stelle und Krautzberger geht mit 102 g/km als Sieger dieser Umfrage hervor. Verlierer sind Tanja Gönner (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH) mit 158 g CO2/km und Frank-Jürgen Weise (Bundesagentur für Arbeit und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) mit 142 g/km.

Neben dem CO2-Ausstoß untersuchte die DUH auch die Mobilitätsstrategien der Behörden und Unternehmen. Hier schnitten mehrere gut ab, indem sie in drei (oder mehr) von fünf Kategorien vorbildliche Anreize schaffen konnten. Dazu gehören unter anderem die Option einer BahnCard 100 statt eines Dienstwagens, Ladesäulen für Elektroautos oder die Förderung des Radverkehrs durch Reparaturservice, Nutzungspauschalen oder Dusch- und Umkleideräume für Radfahrer.

Dass diese Erhebung nicht ungeachtet bleibt, zeigt das Beispiel Steffen Seibert: im letzten Jahr gehörte er mit 158 g CO2/km noch zu den Schlusslichtern. Dieses Jahr gehört er zu den Top 3. Das gibt Anlass zu Hoffnung, dass vielleicht bei der nächsten Umfrage die derzeitigen „Verlierer“ auch im oberen Feld anzufinden sein werden.

Quelle: DUH

 

Leave a Reply