Donald Trump wünscht sich mehr globale Erwärmung

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Fast überall in den USA und in weiten Teilen der Erde herrschen momentan eisige Temperaturen. In Washington waren es am Morgen zwar nur winterliche minus 6 Grad Celsius, in New York dagegen leiden die Einwohner gerade unter Temperaturen bis minus 25 Grad. In Chicago wurden sogar Temperaturen bis minus 33 Grad gemessen. Auch Kanada hat die Kälte voll im Griff. Dort wurden teilweise bis minus 35 Grad gemessen. Meteorologen gehen nun davon aus, dass die Kälte in den nächsten Tagen auch Europa in ein Eisfach verwandeln wird.
Der US-amerikanische Unternehmer und Immobilien-Tycoon Donald Trump twitterte gestern: „Die Kälte in den USA und der Welt bricht gerade alle Rekorde. Wo zum Teufel bleibt die globale Erwärmung? Wir brauchen schnell ein wenig davon.“
Doch nur, weil es in vielen Gebieten momentan sehr kalt ist, bedeutet das nicht, dass die globale Erwärmung nicht stattfindet. Wie viele Medien die letzten Tage berichtet haben, war 2014 das wärmste der letzten 130 Jahre. Wärmer noch als das Rekordjahr 1998, als das Klimaphänomen El Nino für Rekordtemperaturen sorgte. Die Erderwärmung ist real – trotz der momentan klirrenden Kälte in einigen wenigen Regionen. Denn die globale Erwärmung ist, wie der Name schon sagt, ein weltweites Phänomen.
Allein 14 der 15 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden im 21. Jahrhundert gemessen. Anders gesagt: Das ganze Jahrhundert war es so warm wie nie zuvor. Auch die Ozeane haben sich in den vergangenen 35 Jahren um ein halbes Grad Celsius erwärmt. Und die Tendenz ist steigend. Sollte nicht sofort global etwas entscheidendes unternommen werden, rechnen Experten mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von rund 5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber den vorindustriellen Zeitalter – mit verheerenden Konsequenzen für alle Lebewesen.
Donald Trump mag sich unbedachterweise die weitere Erwärmung der Erde herbeisehnen. Dass ein weltweiter Anstieg der Temperaturen in vielen Regionen zu Dürren und Wassermangel führen und es bis 2050 zu Tausenden von Klimaflüchtlingen und Opfern aufgrund von klimabedingten Naturkatastrophen kommen wird, hat er bei seinem Tweet offenbar nicht bedacht. Es bleibt zu hoffen, dass die Delegierten wenigstens auf der UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris klüger sind als Trump und es zum Abschluss eines Weltklimavertrags kommen wird.
 

One Response

  1. ralfihere

    9. Januar 2015 15:01

    Die Beschreibung „global warming“ ist etwas irreführend. Die globale Erwärmung bedeutet nicht, dass es überall auf der Welt um ein paar Grad wärmer sein wird. Es wird die Durchschnittstemperatur des gesamten Planeten gemessen. 2014 war ein neues Rekordjahr. In manchen Regionen der Welt wird es künftig sehr heiß werden, in anderen dagegen sehr viel kälter als bisher. Das Wetter auf dem gesamten Planeten wird sich aufgrund der globalen Erwärmung radikal verändern.

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