Dobrindt will 15.000 Ladesäulen bauen lassen

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Elektromobilität - Ladeinfrastruktur
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Die Elektromobilität kommt bei uns nur schleppend in Gang. Mit den derzeitigen Fördermaßnahmen der Bundesregierung wird das Ausbauziel Elektromobilität klar verfehlt werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt will nun einen Gang hoch schalten. Zum Beginn der zweitägigen Ergebniskonferenz zum Förderprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ hat er angekündigt, „eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zu schaffen“. Er will „15.000 zusätzliche Ladesäulen in ganz Deutschland“ bauen lassen. Auch mögliche Kaufprämien für E-Autos sind weiter im Gespräch.

Der Verkehrssektor ist der einzige Bereich in Deutschland, in dem die Emissionen seit Jahren kontinuierlich zunehmen. Mit einem Ausstoß von rund 163,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten stiegen sie 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent. Dabei wäre es beim Verkehr besonders wichtig, den Klimaschutz voranzutreiben. Der Sektor ist verantwortlich für etwa 20 Prozent der deutschen Treib-hausgasemissionen.

Die Bundesregierung will das Ziel erreichen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern (gegenüber 1990). Ein ambitioniertes Ziel, das schon heute als so gut wie unerreichbar gilt. Schon gar nicht, wenn der CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich weiter steigt. Die Bundesregierung setzt deswegen große Hoffnungen in die Elektromobilität.

Mit dieser Technologie könnte erstmals ein wirksames Mittel zur Reduktion der Emissionen bereitstehen – wenn es auch zum Einsatz kommen würde. Denn anderes als in Norwegen dümpelt die elektrische Mobilität hierzulande seit Jahren vor sich hin. Die Bundesregierung hatte 2009 das große Ziel formuliert, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen.

Doch davon sind wir meilenweit entfernt. Aktuell sind gerade einmal knapp 26.000 E-Autos zugelassen. Der Grund für diese schlechten Zahlen liegt laut Meinungsumfragen am noch immer recht hohen Anschaffungspreis, der vergleichsweise geringen Reichweite der Fahrzeuge und der nur rudimentär vorhandenen öffentlichen Ladeinfrastruktur. Aktuell wird intensiv darüber debattiert, wie man diese Nachteile beheben und die Deutschen zum Kauf eines batterie-elektrischen Fahrzeugs animieren könnte.

Auf der Berliner Ergebniskonferenz „Schaufenster Elektromobilität“ hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt diesbezüglich weitere Maßnahmen angekündigt. Er sagte, man wolle in den kommenden Jahren eine flächendeckende Ladeinfrastruktur schaffen. Dazu sollen laut Dobrindt „15.000 zusätzliche Ladesäulen in ganz Deutschland“ gebaut werden. Aktuell gibt es in Deutschland nur rund 5500 öffentliche Lademöglichkeiten, fast ausschließlich in großen Städten wie Berlin, Hamburg oder München.

„Mit Elektromobilität und automatisiertem, vernetztem Fahren stehen wir vor der größten Mobilitätsrevolution seit Erfindung des Automobils“, so Dobrindt. „Wir führen diese Entwicklung an und das soll so bleiben. Mit dem Schaufensterprogramm haben wir gezeigt: Elektromobilität funktioniert“.

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks äußerte sich zum Auftakt der Konferenz: „Unsere Ziele im Klimaschutz werden wir nur erreichen, wenn wir die verkehrsbedingten CO2-Emissionen deutlich senken. Ein Schlüssel dazu ist der Ausbau der Elektromobilität, gestützt auf erneuerbare Energien. Gleichzeitig verringert Elektromobilität die Luft- und Lärmbelastung und macht unsere Städte attraktiver. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft.“

Doch ob der Ausbau der Ladeinfrastruktur alleine reicht, um den deutschen Autofahrern die Elektromobilität endlich schmackhaft zu machen, ist fraglich. Auch der vergleichsweise hohe Kaufpreis für E-Autos schreckt laut Umfragen viele Interessenten ab. Hier könnten Kaufprämien Abhilfe schaffen. Aktuell sind Prämien in Höhe von 3000 (gewerbliche Käufer) bzw. 5000 Euro (private Käufer) im Gespräch. 40 Prozent dieser Kosten sollen allerdings die Automobilkonzerne tragen – wenn sie sich dazu bereit erklären.

 

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