Discounter verbannen Plastiktüten

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Verpackungsmüll
Verpackungsmüll

Schon seit Juli geben mehr als 240 Geschäfte in Deutschland keine Plastiktüten mehr kostenlos an ihre Kunden ab. Jetzt gehen einige Marktketten noch einen Schritt weiter. Die Supermarktkette Rewe beispielsweise ließ drei Monate lang in 130 Märkten keine Tüten aus Kunststoff mehr verkaufen, bot ausschließlich umweltfreundlichere und abbaubare Materialien an. Mit Erfolg, über zwei Drittel befragter Kunden akzeptierten den Schritt.

Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die 2015 beschlossen wurde. Sie fordert die europäischen Mitgliedsstaaten explizit dazu auf, ihren Plastiktütenkonsum zu reduzieren. Bis 2025 muss europaweit ein Pro-Kopf-Verbrauch von 40 Tüten erreicht werden. In Deutschland sind es, laut Umweltbundesamt, derzeit noch 76. Das entspricht einer Gesamtmenge von über sechs Milliarden Tüten pro Jahr.

Gegenwärtig werden die meisten Tüten aus fossilem Rohöl hergestellt, die CO2-Emissionen für den globalen Jahresverbrauch auf über 30 Millionen Tonnen geschätzt.

Deutschlands zweitgrößte Supermarktkette Rewe hat den Verkauf der umweltschädlichen Tüten inzwischen gestoppt. Stattdessen werden ausschließlich Taschen aus Baumwolle, Recyclingmaterial, Papier oder Kartons angeboten.

Man verspricht sich dadurch 140 Millionen Plastiktüten weniger in deutschen Mülleimern.

Dem Vorbild von Rewe schließt sich nun auch Lidl an. Der Discounter kündigte an ab Anfang nächsten Jahres den Verkauf zu stoppen. Dadurch würden vorrausichtlich über 100 Millionen Tüten im Jahr eingespart, das entspricht etwa 3500 Tonnen Plastikmülls.

Auch in den Lidl-Filialen unserer Nachbarländer Österreich und der Schweiz gibt es Bestrebungen den Plastikmüll zu reduzieren. Das Unternehmen wird hier ebenfalls die Plastiktüten aus dem Sortiment nehmen, kündigte Wolf Tiedemann aus der Geschäftsleitung an. Wer dennoch eine Tasche für den Einkauf benötige, könne auf Alternativen aus Baumwolle oder Papier zurückgreifen. Außerdem bieten Lidl wie Rewe eine sogenannte Permanenttragetasche an, die für häufigere Verwendung bestimmt ist.

Die meisten Deutschen wollen mittelfristig ohnehin auf die Benutzung von Einweg-Plastiktüten verzichten. Aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die bereits im Frühjahr veröffentlicht wurde, geht hervor, dass über 70 Prozent der Befragten eine Gebühr auf Plastiktüten für richtig halten. Immerhin noch 38 Prozent sprachen sich bereits damals für eine komplette Abschaffung aus. 

Quellen: Frankfurter Allgemeine ZeitungDeutsche UmwelthilfeYouGov

 

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