Die Zukunft der Gewässerverschmutzung

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Fishing for Litter
Das NABU-Projekt „Fishing for Litter“ hat den Abfällen im Meer den Kampf angesagt Foto: Stefan Sauer

Die Verschmutzung der Weltmeere ist ein altbekanntes Problem. Die Lösungsvorschläge und Projekte sind vielseitig, wirken jedoch oft nur punktuell. Um mögliche künftige Lösungen für Deutschland, und auch darüber hinaus, zu besprechen, trafen sich am Dienstag dieser Woche Vertreter des Naturschutzverbandes NABU, der Hochschule Magdeburg-Stendal, von der Organisation „Der Grüne Punkt“,  der Bundesregierung und des Umweltbundesamts in Berlin. Die Hauptthemen: Kunststoffe der Zukunft und Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Plastik.

„Es ist inzwischen jedem klar, dass wir nicht nur in Deutschland vor einer riesigen Welle an Problemen stehen. Über zehn Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet allein Deutschland jährlich. Genau so viel landet weltweit Jahr für Jahr allein von Land im Meer – mit tödlichen Folgen für Vögel und Fische. Wir fordern die Bundesregierung und die Wirtschaft auf, in den nächsten zehn Jahren das Ende des Kunststoff-Zeitalters einzuläuten. Dazu brauchen wir schnellstmöglich einen Ausstiegsplan, um den Verbrauch von Kunststoffen auch in Deutschland drastisch zu verringern“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Im Rahmen der Veranstaltung forderte die NABU die Bundesregierung zu strengeren und zielgerichteten Vorgaben für die Verpackungsindustrie auf. Dabei stand insbesondere die Reduzierung der Kunststoffverwendung im Vordergrund. Freiwillige Vereinbarungen reichen angesichts der Müllmassen, die in den Meeren landen, nicht aus. Der Zerfallsprozess des Kunststoffs kann in manchen Fällen mehrere hundert Jahre dauern. Umso wichtiger ist es, herauszufinden, wie dieser abläuft und wie der Meeresmüll weiter verwertet werden kann. Genau dies erforschen die NABU und die Hochschule Magdeburg-Stendal anhand von aus Nord- und Ostsee gefischtem Müll, darunter Fischernetze, Folien oder Verpackungen.

„Kunststoff zerfällt im Salzwasser unterschiedlich schnell. Unter dem Mikroskop werden die Veränderungen auf der Oberfläche sichtbar. Teile fehlen, sie befinden sich irgendwo im Meer. Im schlimmsten Fall im Bauch eines Vogels oder Fisches“, so Gilian Gerke, Professorin im Fachbereich Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit der Hochschule Magdeburg-Stendal.

„Wir müssen endlich weltweit ein wirkungsvolles System zur Sammlung und Verwertung von Kunststoffen aufbauen, wie es in Deutschland bereits vorhanden ist. Das ist ein Schlüsselelement für gesunde Meere. Bei weitem nicht alle Länder der Erde verfügen über eine geregelte Abfallinfrastruktur. Um aber in funktionierende Sammel-, Sortier- und Verwertungssysteme zu investieren, müssen wir Kunststoffabfälle als Wertstoffe begreifen, die nicht ungeregelt in die Umwelt gelangen dürfen“, so Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts Deutschland.

Ein weitere wichtiger Punkt während der Diskussion war die Vorstellung der neusten Ergebnisse des NABU-Projekts „Fishing for Litter“. Seit 2011 „fischen“ Fischer, im Rahmen des Projektes, Müll aus Nord- und Ostsee und entsorgen diesen in speziell dafür zur Verfügung gestellten Containern im Hafen. Der Müll wird zu Forschungszwecken sortiert und analysiert. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 150 Fischer an dem Projekt. Mittlerweile wurden so mehr als 20 Tonnen Müll gesammelt. Das Ziel ist, die Wege des Mülls in die deutschen Meere zu analysieren und die gefischten Abfälle möglichst nachhaltig wiederzuverwerten.

Quelle: https://www.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=20022&db=presseservice