Monopol-Bildung von Saatgut

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Keine Monopolbildung von Saatgut
Die Monopolbildung von Saatgut muss gestoppt werden

Global findet eine wachsende Privatisierung von Saatgut statt. Riesige Agrarkonzerne wie Monsanto lassen sich Pflanzensorten patentieren, die es schon seit Menschengedenken gab und für jeden öffentlich zugänglich waren. Doch durch die Patentierung von Saatgut können sich die Konzerne annähernd eine Stellung als Monopolanbieter aufbauen und sich Saatgut daher teuer bezahlen lassen.

Dieses Geschäftsmodell, in dem die Macht der Großen über unsere Landschaftsgüter immer größer wird, muss dringend durchbrochen werden. Dafür gibt es inzwischen erste Ansätze.

Wie entsteht die Abhängigkeit von Agrarkonzernen?

Saatgut kann man sehr einfach künstlich verknappen – nämlich durch die seit Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzte Hybridzüchtung. Es ist schwieriger oder gar nicht möglich, Hybridsaatgut zu vermehren, weswegen Bauern, Gärtner und Privatmenschen jedes Jahr aufs Neue Saatgut einkaufen müssen. Seit den 1930er gibt es geistige Eigentumsrechte auf Saatgut, sodass Kunden ihr eigenständig gewonnenes Saatgut nicht wieder aussäen dürfen oder dies nur gegen finanziellen Ausgleich tun dürfen.

Diese Regelungen spielen Agrarkonzernen in die Hände. Mit Patenten machen die Agrarriesen jedes Jahr aufs Neue Geschäfte, denn die Kunden geraten in den Strudel der Abhängigkeit. Ein Zitat der Süddeutschen Zeitung zeigt, wie abhängig wir von Konzernen wie Monsanto inzwischen sind:

„Monsanto entscheidet, welche Wassermelone in Zukunft in den Supermärkten liegt, wie die Idealtomate schmeckt und welche Gurke es verdient, in Gewächshäusern tausendfach aufgezogen zu werden. Und andersrum: Wenn der Agrarkonzern das Interesse an ihnen verliert, können manche Möhren vom Markt verschwinden. Monsanto bestimmt, was wir essen – weltweit.“

Durchbrechung des Profitkreislaufs

Den Profitkreislauf, den die Agrarkonzerne für sich geschaffen haben, gilt es jedoch schnellstmöglich zu durchbrechen. Dr. Bernd Horneburg von der Universität Göttingen will daher Open-Source Samen auf den Markt bringen. Diese Lizenzierung bedeutet einen freien Zugang zu unserem Saatgut.

Sein erstes Beispiel ist die neue Biotomaten-Pflanze namens Sunviva, die man nicht nur kaufen, sondern auch säen und ernten kann, sodass man im kommenden Jahr die eigens gesammelten Samen für den Anbau verwenden kann. Durch die Open-Source Lizenz darf dies jeder kostenlos tun und sogar Geld damit verdienen. „Die Open-Source Seed Lizenz ist eine rechtliche Absicherung, dass ein Gemeingut ein Gemeingut bleibt und für privatwirtschaftliche Zwecke nicht angeeignet werden kann“, äußert sich dazu Horneburg.

Das Geschäftsmodell, in dem eine handvoll Anbieter im Privatbesitz des globalen Saatguts sind, muss dringend zerstört werden. Die Tomatenart Sunviva könnte eine erste Welle gegen die Agrarkonzerne und deren Streben zur weiteren Monopolbildung bieten.  Die Informierung der Öffentlichkeit ist ein weiterer Schritt, denn mit dem Kauf von patentierten Samen spielen wir Monsanto & Co. in die Hände der Ausbeutung.