Die Mogelei mit dem Ökostrom

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In Deutschland beziehen momentan mehr als fünf Millionen Haushalte Strom aus erneuerbaren Energien. Der Anteil regenerativer Energien am deutschen Strommix ist dabei im vergangenen Jahr erstmals größer gewesen als der sämtlicher anderen Energiequellen. Laut Daten der Bundesnetzagentur können sich außerdem immer mehr Verbraucher vorstellen, ihren Provider zu wechseln.
2,6 Millionen Deutsche haben sich demnach im Jahr 2012 einen anderen Anbieter gesucht. Rund 60 Prozent davon gingen zu einem Ökostromanbieter. Das heißt, immer mehr Menschen in Deutschland wollen aktiv an der Energiewende teilnehmen und im Energiebereich etwas für Klima und Umwelt tun – vorausgesetzt, es kostet nicht zu viel.
Da liegt ein weiterer Vorteil der grünen Energien: Denn Ökostrom ist mittlerweile sehr günstig. Momentan liegt der Preis an der Strombörse in Leipzig bei nur noch rund 33 Euro pro Megawattstunde. 2008 lag er noch bei 88 Euro.
Das Problem bei den Ökostromtarifen ist allerdings, dass nicht immer das drin ist, was versprochen wird. Es gibt noch keine gesetzliche Definition des Begriffs Ökostrom. Anbieter nutzen das teilweise aus, und so gut wie jedes Stadtwerk deklariert seine Energie mittlerweile als „Ökostrom“.
Außerdem wird oft Strom aus abgeschriebenen Wasserkraftwerken aufgrund einer Bestimmung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Ökostrom verkauft. Bei einigen Angeboten könnte sogar die Atomindustrie ihre Finger im Spiel haben. Das schrieb das Magazin Öko-Test in seiner Sonderausgabe „Energie“. Deshalb fordert der Verein Energievision jetzt eine baldige gesetzliche Festlegung des Begriffs „Ökostrom“.
Am besten erkennen Verbraucher bei der Wahl ihres neuen Stromtarifs Ökostrom, indem sie auf bestimmte Siegel achten. Diese Siegel, wie beispielsweise das Siegel „OK Power“ oder das „Grüner Strom Label Gold“ werden nur vergeben, wenn mindestens ein Drittel des gelieferten Stroms aus erneuerbarer Energieerzeugung stammt. Diese Anlagen dürfen dabei nicht älter als sechs Jahre sein.
Kunden können bei einem Wechsel dabei nicht nur etwas gutes für Klima und Umwelt tun. Sie können auch richtig sparen. Florian Krüger vom Vergleichsportal „Verivox“ sagte dazu, ein Vier-Personen-Haushalt könne bei einem Wechsel zum günstigsten Ökostromanbieter im Jahr rund 300 Euro sparen.
 

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