“Die letzte Meile” – Transportwege effizienter und nachhaltiger gestalten

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Nachhaltiges Weihnachtsshopping
Nachhaltiges Weihnachtsshopping

Alle Jahre wieder beginnt mit der Vorweihnachtszeit der große Bestellrausch. Eingeleitet mit dem mittlerweile auch in Deutschland angekommenen Black Friday werden virtuelle Warenkörbe gefüllt und das nächste potentielle Weihnachtsgeschenk von A nach B gefahren. Doch wie sieht dieser logistische Aufwand in der Zukunft aus? Und wie lässt er sich nachhaltig und umweltschonend gestalten? Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) analysiert im Rahmen der ZF-Zukunftsstudie 2016 „Die letzte Meile“ auf Grundlage von Fachpublikationen und Ergebnissen von Experteninterviews zu Trends, die in naher Zukunft auf diese “letzte Meile” wirken.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Fraunhofer Institut erklärt: „Vor dem Hintergrund der zahlreichen Einflussgrößen haben wir Entscheidungs- und Handlungsbedarfe identifiziert.“ So runden Handlungsempfehlungen an die Politik sowie ein an die Logistikwirtschaft gerichteter Appell, die Chancen der Digitalisierung stärker zu nutzen, die Studie ab. Diese könnten sich insbesondere hinsichtlich eines ökologisch nachhaltigen Nahverkehrs als ausschlaggebend erweisen. Hierzu erklärt der Bericht:

Bedingt durch zahlreiche Start- und Stopp-Vorgänge in der Belieferung verursachen Verkehre der letzten Meile einen überproportionalen Anteil der Gesamtverkehrsemissionen. Entsprechend hoch ist der Erwartungsdruck auf Logistikunternehmen, diesen Teil der Transportkette zu „begrünen“. Die Emissionen im Verkehr werden durch vier Treiber bestimmt, nämlich:

  • durch das Transportaufkommen auf der letzten Meile, das aktuell überproportional wächst,
  • durch die Art der eingesetzten Transportmittels (beispielsweise den Typ des Lkw),
  • durch den spezifischen, das heißt auf die Transportleistung bezogenen Energiebedarf der jeweiligen Transportmittel,
  • durch die Menge an Schadstoffemissionen pro Energieeinheit, das heißt die „Sauberkeit“ der eingesetzten Energie.

Diese vier Punkte zeigen der Studie zufolge auf, welche Art von Handlungsdruck aus dem gesellschaftlichen Wunsch ökologisch nachhaltiger Transporte erwächst. Da die Konsummuster unserer Gesellschaft die Transportmengen bestimmen, habe ein Logistiker aus Sicht der Forscher die folgenden Optionen:

  • Transportwege insgesamt verkürzen,
  • Transportmittel mit einer hohen Energieeffizienz einsetzen,
  • „saubere“ Energien als „Treibstoff“ für die Transportmittel wählen.

Auch Elektromobilität scheint in der Zukunft der Logistik eine wichtige Rolle einzunehmen. So schreibt das IML:

Dass Elektromobilität in der nahen Zukunft eine ernst zu nehmende Antriebsform ist, zeigen die Planungen der Konzerne Daimler und VW, die bis 2025 etwa 15–25 % ihrer Umsätze im Bereich elektrischer Antriebe erzielen wollen. Insofern kann bis 2030 davon ausgegangen werden, dass der Einsatz von E-Nutzfahrzeugen auf der letzten Meile kein Unikum, sondern eine reale Option darstellt. Pilotversuche der Paketdienste DHL und UPS oder der Händler REWE und TEDi und Forschungsprojekte wie „Elektromobile Urbane Wirtschaftsverkehre“ des Fraunhofer IML zeigen, was bereits heute möglich ist. Die Formen des E-Antriebs sind dabei vielfältig: Elektrisch unterstützte Lastenräder und klassische Lkw mit E-Antrieb sind verfügbar und gänzlich neue Fahrzeugkonzepte deuten sich an. Österreichische Ingenieure stellten 2012 ein Fahrzeug vor, das durch Einzelradantrieb und -lenkung wie ein Einkaufswagen auf der Stelle wenden kann. E-Nutzfahrzeuge können damit in Zukunft auf vielen heute gefahrenen letzten Meilen das Verbrennungsmotorfahrzeug ersetzen. Über neue, durch E-Antriebe erst denkbare Fahrzeugmodelle eröffnen sich gänzlich neue Optionen für die letzte Meile.

Die ZF-Zukunftsstudie “Die Letzte Meile” ist die Dritte in einer Reihe vom IML durchgeführten Studien zum Thema Fernverkehr. Fredrik Staedtler, Leiter der ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik: „Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass die Nutzfahrzeugbranche im Hinblick auf automobile Megatrends wie der Elektromobilität oder dem autonomen Fahren eine Schrittmacher-Funktion haben kann – weil Anforderungen, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten hier in besonderer Weise synchronisiert werden müssen. Als Systemanbieter liefern wir für die Herausforderungen der Logistik-Zukunft die passgenauen Lösungen.“

Quellen:
https://www.zf-zukunftsstudie.de/presse-zf-zukunftsstudie-letzte-meile/
http://web-zf-zukunftsstudie-de.pixelpark.net/wp-content/uploads/2016/11/ZF-Studie_IML_24_11_16_E-Book_gesamt.pdf

 

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