Die globalen Sorgen – Klimawandel auf Platz 3

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Facing the Earth
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In Zeiten bedrohlicher Terroranschläge, Flüchtlingsströmen nach Europa, den wieder aufkommenden internationalen Anspannungen zwischen Ost und West, der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und zunehmender Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels hat das Meinungsforschungsinstituts „Yougov“ im Rahmen einer internationalen Studie mehr als 18.000 Menschen in 17 Ländern dazu befragt, welche Themen ihnen die größten Sorgen bereiten.

Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens befragte YouGov von November bis Dezember 2015 Menschen aus Asien, Nord Amerika, Europa, dem mittleren Osten und Australien. Die Umfrageteilnehmer sollten angeben, welche neun globalen Probleme ihrer Meinung nach die gravierendsten sind. Dabei erreichte der Klimawandel im internationalen Durchschnitt mit einem Anteil von 12,8 Prozent auf Platz drei.

Insbesondere die Bewohner von Hongkong (20,4 Prozent), Dänemark (16,2 Prozent) und Schweden (16 Prozent) halten den Klimawandel für sehr Besorgniserregend, während Länder wie die USA (9,2 Prozent) und Saudi Arabien (5,7 Prozent) dem Klimawandel deutlich weniger Bedeutung beimessen. Auch Großbritannien scheint sich, mit 10,8 Prozent, weniger Sorgen um das Klima zu machen, als um das zunehmende Bevölkerungswachstum, bei dem sie mit 12,4 Prozent gut 5 Punkte über dem globalen Durchschnitt liegen. In Deutschland sind die Sorgen um den internationalen Terrorismus und vor Armut, Hunger und Trinkwassermangel, mit jeweils gut 3 Punkten über dem globalen Durchschnitt, besonders hoch. Auch die Angst vor nuklearen Waffen ist im internationalen Vergleich in Deutschland deutlich höher. Die wenigsten Sorgen machen sich die Deutschen um wirtschaftliche Instabilität.

Insgesamt lassen sich Parallelen zwischen den Ergebnissen und aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und Entwicklungen ziehen:
So ist laut der Studie in China, wo in den vergangenen Jahren mehrere Grippearten (SARS, Schweinegrippe, MERS etc.) gewütet haben, die Sorge vor der Ausbreitung von Krankheiten besonders groß. In Saudi-Arabien, das sich in einem militärischen Konflikt befindet, steht die Angst vor einer entsprechenden Ausweitung im Fokus. Und weil die französischen Daten kurz nach den Anschlägen von Paris erhoben wurden, verwundert es kaum, dass dort internationaler Terrorismus den höchsten „Sorgen-Anteil“ hat (33,7 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von 25,1 Prozent).

Die Studie betrachtet auch die Unterschiede zwischen den weiblichen und männlichen Teilnehmern und stellt dabei fest, dass sich Frauen aus dem Westen mehr Sorgen um Terrorismus, Hunger und Armut machen, während sich Frauen aus den östlichen Ländern deutlich mehr Gedanken um militärische Konflikte und Krankheiten machen. Insgesamt sind die Umfrageteilnehmerinnen deutlich weniger um den Klimawandel besorgt, welcher im Geschlechtervergleich bei den Frauen auf Platz 6 abrutscht, während die männliche Bevölkerung sich besonders häufig Sorgen um wirtschaftliche Instabilität sowie das Bevölkerungswachstum macht.

Die Studie bestätigt, dass der Klimawandel international als ein gravierendes Problem erkannt wird und dabei einen hohen Stellenwert einnimmt. Insbesondere in Asien, wo sich die Folgen des Klimawandels besonders bemerkbar machen, steht dieser häufig sogar noch vor der Sorge um Armut, Hunger und Durst.

Quellen:
https://yougov.de/news/2016/02/02/das-sind-die-grossten-probleme-fur-die-weltgemeins/
https://yougov.co.uk/news/2016/01/29/global-issues/

 

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