Die Generation Nachhaltigkeit

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Environmental Activist
Environmental Activist

Junge Menschen wollen an Veränderungen teilhaben, sie vorantreiben, sie selbst bewirken. War es früher noch der Kampf für Frieden und gegen Krieg, ist es heute die Nachhaltigkeit, welche die Jugend bewegt. Dies zumindest ergab eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie der Leuphana Universität Lüneburg.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit beschäftigt die Menschen nun schon seit über dreihundert Jahren. Wurde der Begriff der Nachhaltigkeit zu Beginn vor allem in einem wissenschaftlichen Kontext betrachtet, so ist es heute zu einem der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Hauptthemen geworden. So hat sich der Umgang mit der Thematik insbesondere in den letzten zwanzig Jahren grundlegend geändert. Insbesondere die jüngeren Generationen haben, sowohl aus einem persönlichen, als auch aus einem bildungstechnischen Interesse heraus, ein sehr starkes Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt.

Wie stark dieses Bewusstsein ist, wollte Greenpeace im Rahmen seines „Nachhaltigkeitsbarometer 2015“ wissen. Das Ergebnis: „60 Prozent der jungen Generation zwischen 15 und 24 befürworten nachhaltige Werte wie den Schutz der Umwelt, zukunftsorientiertes Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit.“ Dies sind im Vergleich zum ersten „Nachhaltigkeitsbarometer“ aus dem Jahr 2012 gut 20 Prozent mehr junge Menschen, die es als lohnenswert betrachten, sich für einen ressourcenschonenden Umgang und gegen den Klimawandel einzusetzen.

Für diese repräsentative Studie befragten Forscher insgesamt 1511 Personen zu ihrem Nachhaltigkeitsbewusstsein. Dabei unterstützen 92 Prozent der Befragten ausdrücklich die Energiewende, während 30 Prozent angaben, Produkte zu boykottieren, wenn Unternehmen bei der Herstellung nicht auf Umweltschutz oder Menschenrechte achten.

Dieses Bewusstsein für sowohl nachhaltige Produktion, als auch den Konsum wird mittlerweile bereits ab der Grundschule geprägt. Ob durch Projekttage, Gruppenarbeiten oder auch Exkursionen zu diesem Thema – Bildungseinrichtungen nehmen Nachhaltigkeit immer mehr auch als Unterrichtsthema wahr, das unterschiedliche Fächer, wie beispielsweise Biologie, Geographie oder Wirtschaft betrifft. Doch hängt ein solcher Unterricht oft noch vom Einsatz einzelner Lehrkräfte ab. Deshalb fordert Greenpeace, Bildung für nachhaltige Entwicklung verbindlich in Bildungsplänen und der Hochschulausbildung umzusetzen.

Auch im Haushalt haben sich entsprechende Prinzipien, wie Mülltrennung, durchgesetzt. So ist das Engagement für die jüngeren Generationen fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden. „Dass eine nachhaltige Gesellschaft notwendig ist, stellen Jugendliche nicht mehr in Frage. Ihnen geht es darum, wie sie umgesetzt werden kann“, erklärt Thomas Hohn, Bildungsexperte von Greenpeace.

Die Jugend macht sich bei ihrem Einsatz die Mittel ihrer Zeit zu nutze. Sie handeln spontan, aktionsorientiert und organisieren sich im Internet, ohne dass sie langfristig bei Parteien oder Verbänden eingebunden sein möchten. Das bestätigt auch Professor Gerd Michelsen von der Leuphana Universität Lüneburg: „Junge Menschen wollen eine gerechte und nachhaltige Welt. Es fehlt nur leider allzu oft die Möglichkeit, sich direkt einzumischen. Die Gesellschaft muss Jugendlichen neue Formen anbieten, damit sie sich nach ihren Vorstellungen engagieren können.“

Quellen:
http://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-studie-nachhaltigkeit-bewegt-die-jugend
http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/nachhaltigkeitsbarometer-2015-greenpeace-20160113.pdf

 

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