Die Arbeitswelt wird grüner

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Greening der Berufe
Unternehmen wünschen sich bei ihren Mitarbeitern ökologische Motivation

Nachhaltigkeit, Klima-, Ressourcen- und Naturschutz sind Themen dieser Zeit, die sich auch in der Arbeitswelt niederschlagen. Sie haben mittlerweile Veränderungen in den Unternehmen und den verschiedenen Berufsbildern bewirkt. So zeigt eine Studie von UnternehmensGrün, in deren Rahmen 20 Mittel- und Großunternehmen ab der Abteilungsleitungsebene befragt wurden, dass „Greening“ längst weit über den Kreis von klassischen Bio-Anbietern und Umwelttechnik-Firmen hinausgeht. Firmen, wie die Deutsche Bahn AG und Schneider Electric, fordern mittlerweile, dass notwendige Kenntnisse viel stärker in Berufsbildung und -orientierung verankert werden sollten.

Die Unternehmen suchen, von den fachlichen Qualifikationen einmal abgesehen, insbesondere Mitarbeiter, die auch ökologisch motiviert sind. So möchten die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess mit einbeziehen, wobei diese neben einer umweltorientierten Haltung auch konkretes Wissen um ökologische Prozesse mitbringen sollten. „Hier kommen auch naturwissenschaftliche Kenntnisse und grüne (nachhaltige) Schlüsselkompetenzen zum Tragen“, erklärt Dr. Katharina Reuter, Mitautorin der Studie und Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, dem Bundesverband der grünen Wirtschaft. Qualifikationen dieser Art werden in einer herkömmlichen Berufsausbildung nur selten vermittelt. Umso wichtiger ist es, Nachhaltigkeitsthemen in den Lehrplänen zu berücksichtigen.

Inzwischen sind diese Qualifikationen auch  im verarbeitenden Gewerbe (Baubranche, Elektroausrüster, Logistik) hoch gefragt. „Nicht nur Anbieter von Biolebensmitteln oder umweltorientierte Tourismusanbieter fragen Kenntnisse über allgemeine und berufsspezifische ökologische Zusammenhänge nach“, so Reuter.

Grundlegend ergab die Studie:

  • Zunehmend mehr Unternehmen betreiben „Greening“ von innen heraus – auch in konventionellen Branchen
  • Treiber sind oft junge Mitarbeitende und engagiertes Führungspersonal
  • Grünes Wissen ist zu wenig in den (berufsbildenden) Lehrplänen vertreten
  • Mathematisch-technische Qualifikationen sind auch rund um Nachhaltigkeit stark gefragt
  • Für die Berufsorientierung bietet das „Greening“ neue Ansätze zur Nachwuchsgewinnung

Die gesteigerte „Green Awareness“ ist mittlerweile in fast jedem Unternehmen zentral für die Gestaltung von Prozessen und Produkten. „Nicht nachhaltige Produkte und Dienstleistungen haben in Unternehmen langfristig einfach keine Chance mehr. Umweltthemen und Gerechtigkeitsfragen müssen hier von Anfang an bedacht werden“, führt Reuter weiter aus.

Der Studie zufolge setzen die Unternehmen beim Greening überwiegend auf die Verbesserung der internen Prozesse sowie die Energie- und Materialbereitstellung. „Hier haben sie unmittelbaren Einfluss, ohne ihre Produkte oder Services verändern zu müssen“, erläutert Susanne Graf, Projektleiterin und Mitautorin der Studie. Außerdem sind diese Einflussnahmen oft kosteneffizient. „Es ist zwar nicht so, dass sich beispielsweise eine neue Energieversorgung für die Unternehmen direkt rechnet. In der Industrie werden Investitionen oft an Amortisationszeiten deutlich unter fünf Jahren gemessen. Das leisten viele Umweltinvestitionen nicht. Aber wenn die Mitarbeitenden es einfordern und das Management offen ist, dann nehmen Unternehmen die notwendigen Investitionen dennoch vor. Denn sie wissen: Mittelfristig amortisieren sich die Investitionen doch und sie helfen, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen“, so Graf.

Quelle:
http://machgruen.de/wp-content/uploads/2017/02/Studie_Greening-der-Berufe.pdf