Deutschlands ökologischer Fußabdruck

,

Planetary-Boundaries-Planetarische-Grenzen-Hendricks-BerlinPlanetary-Boundaries-Planetarische-Grenzen-Hendricks-Berlin
Planetarische Grenzen

„Deutschland muss seinen ökologischen Fußabdruck auf ein verträgliches Maß reduzieren“, äußerte sich Barbara Hendricks, deutsche Umweltministerin, zu der Konferenz Planetare Grenzen, die am 24. und 25. April in Berlin stattfand. „Wir sollten neben der Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Wirtschaftsweise anstreben, die alle ökologischen Belastungsgrenzen der Umwelt respektiert.“

Auch die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, stimmt der Umweltministerin zu: “Der weltweite Druck auf die Ökosysteme droht die Erde grundlegend zu verändern. Das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen zeigt uns, dass wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen an vielen Stellen gefährden. Wir müssen dringend umsteuern, um ein gutes Leben in der Zukunft zu ermöglichen.”

In der Konferenz “Making the Planetary Boundaries Concept Work” versammelten sich letzte Woche in Berlin mehr als 400 Wissenschaftler und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und diskutierten über das Konzept der Planetaren Grenzen. Die sogenannten Planetary Boundaries wurden ursprünglich von einem Team von 28 Wissenschaftlern ins Leben gerufen und beinhalten die neun Dimensionen: Verschmutzung durch Chemikalien, Klimakrise, Ozeanversauerung, Ozonloch, Phosphor- und Stickstoffkreislauf, Süßwasserverbrauch, Abholzung und andere Landnutzungsänderungen, Artensterben und Partikelverschmutzung der Atmosphäre.

Während die Belastungsgrenze des anthropogen aus der Erdatmosphäre entnommenen Stickstoffs und auch die Dimension Klimakrise durch übermäßige CO2-Emissionen in der Atmosphäre zum Teil stark überschritten wurden, ist vor allem die Dimension Artensterben am schlimmsten betroffen.

Hendricks äußert sich in der Konferenz folgendermaßen: „Viele Arten sind für ganze Ökosysteme unverzichtbar. Deutlich wird das an unserer heimischen Biene. Von den 100 wichtigsten Pflanzenarten, die uns ernähren, werden 71 von Bienen bestäubt. Darunter fast alle Obstsorten. Die Biene ist allein für Deutschland ein milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor.“

„Das Problem: Die Zahl an Bienen nimmt dramatisch ab. In Teilen Deutschlands haben 40 Prozent der Bienenvölker den vergangenen Winter nicht überstanden. Dafür sind vermutlich verschiedene Faktoren verantwortlich: Befall durch Milben, aber auch die zunehmen milden Winter und Pflanzenschutzmittel. Die Folgen für unser Ökosystem sind dramatisch.“

Weiterhin sei die Landwirtschaft „eine der wesentlichen Ursachen dafür, dass die biologische Vielfalt abnimmt, Monokulturen entstehen und der Stickstoffeintrag in die Böden und in das Grundwasser ein Ausmaß angenommen hat, das von der Natur nicht mehr zu verkraften ist. Der Wandel zu einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland und Europa ist deshalb eine der wichtigsten umweltpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre.“

Hendricks äußert große Worte und erklärt in dem Integrierten Umweltprogramm 2030, wie sie ihre Ziele umsetzen will. Ob auch nur ein Teil davon gelingt, steht noch offen.

Quellen:
BMUB: Internationale Konferenz berät über Konzept der planetaren Belastungsgrenzen
BMUB: Rede von Dr. Barbara Hendricks zur Konferenz “Planetare Grenzen”