Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt

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Klimawandel Auswirkungen
Klimawandel Auswirkungen

Der Klimawandel hat in Deutschland zu einer stärkeren Temperaturerhöhung geführt als im Rest der Welt. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern mit. Seit 1881 sei die Temperatur in der Bundesrepublik um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Der internationale Durchschnitt liegt bei nur knapp einem Grad. Grund für die starke Erwärmung ist laut DWD die geographische Lage Deutschlands.

Wetter- und Klimarekorde gab es in den vergangenen Jahrzehnten viele. Wir erinnern uns an den „Jahrhundert-Sommer“ 2003. An 2014, dass nicht nur in Deutschland wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen ist. An die Hitzewellen vergangenes Jahr oder an den ungewöhnlich warmen Winter 2015, als viele Deutsche Weihnachten bei frühlingshaften 17 Grad verbringen konnten.

Doch nicht nur der Winter, sondern das gesamte Jahr 2015 war erneut das wärmste je gemessene. So wie bereits das Jahr davor. Insgesamt liegen 14 der 15 weltweit wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 21. Jahrhundert. In Deutschland stellte 2015 jedoch keinen neuen Wärmerekord auf. Bei uns war es laut dem DWD „nur“ das zweitwärmste Jahr in der Geschichte.

Leider ist das jedoch kein Grund, am Klimawandel und seinen Folgen für Deutschland zu zweifeln, wie eine aktuelle Nachricht des Deutschen Wetterdienstes zeigt. Den Meteorologen zufolge trifft die globale Erwärmung ausgerechnet Deutschland überdurchschnittlich stark. Während die globale Durchschnittstemperatur im Rest der Welt bisher um knapp ein Grad Celsius gestiegen ist, ist es in Deutschland seit 1881 um rund 1,4 Grad wärmer geworden. Doch woher kommt diese ungewöhnlich starke Erwärmung der Bundesrepublik

Schuld sei die geografische Lage der Bundesrepublik, sagt der DWD-Wetterexperte Thomas Deutschländer. „Land erwärmt sich schneller als Wasser“, erklärt er. Die Entwicklung sei daher zu erwarten gewesen. Mit 2015 waren demnach laut DWD bereits 23 der insgesamt 25 Jahre seit 1991 zu warm – verglichen mit der internationalen Referenzperiode 1961-1990. 2015 sei es in Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad Celsius sogar 1,7 Grad wärmer gewesen als normalerweise. „Das ist erlebter Klimawandel,“ so Deutschländer.

Aus klimatologischer Sicht bemerkenswert sei auch die ausgeprägte Trockenheit 2015 gewesen, so der Meteorologe. Bereits ab dem Frühsommer seien viele Böden in Deutschland ausgetrocknet gewesen. Der Grund: Im Winter 2014/2015 waren in Deutschland nur durchschnittliche Regenmengen gefallen. Danach trat vor allem in der Landesmitte eine extreme Frühjahrstrockenheit mit einem Niederschlagsdefizit von bis zu 70 Prozent auf.

Obwohl bundesweit in den Monaten Juli und August wieder mehr Regen fiel, spitzte sich die Situation weiter zu. So war der Sommer im Süden Deutschlands, später dann auch in den nordöstlichen Landesbereichen, mit Niederschlagsdefiziten von teilweise über 50 Prozent regional viel zu trocken. Insgesamt habe es im Sommer 2015 mehr als 20 Tage ohne nennenswerten Niederschlag in ganz Deutschland gegeben, so der DWD. „Unter dem Strich lassen sich die Auswirkungen dieser Witterung zumindest regional nur mit dem Wort Dürre treffend beschreiben“, so Deutschländer.

In anderen Regionen Deutschlands sei es 2015 dagegen zu ungewöhnlich häufigen Starkregenfällen gekommen. Ausgeprägte Trockenheit auf der einen Seite und zu viel Regen auf der anderen werden in Deutschland auch in Zukunft immer häufiger an der Tagesordnung sein, glaub der DWD. „Für die Zukunft geht die Klimaforschung davon aus, dass sich die Niederschlagsproblematik noch verschärfen wird», sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Quelle: Deutscher Wetterdienst

 

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