Deutsches Bier mit Pestiziden verunreinigt

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Bier Glyphosat
Bier Glyphosat

„Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ – ein Qualitätsversprechen deutscher Brauereien. Doch wie eine Untersuchung des Umweltinstitut München jetzt belegt, findet sich im deutschen Lieblingsgetränk nicht nur Hopfen, Gerstenmalz, Hefe und Wasser. In vielen der meist getrunkenen Biersorten Deutschlands fand das Institut Glyphosat – ein Pestizid, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Wir zeigen, welches Bier am stärksten belastet ist und welche Gefahren von dem Pflanzengift ausgehen.

Das deutsche Reinheitsgebot feiert 2016 sein 500-jähriges Bestehen. Es steht für die hohe Qualität des deutschen Biers und hat den Gerstensaft weit über unsere Grenzen hinaus berühmt gemacht. In Deutschland trinkt jeder Bürger statistisch gesehen rund 102 Liter Bier im Jahr. Damit stehen wir im weltweiten Vergleich ganz weit oben. Nur in Österreich (106 Liter) Namibia (108 Liter) und Tschechien (147 Liter) trinken die Menschen noch mehr als bei uns.

Das Geschäft mit dem Bier boomt also. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 80 Millionen Hektoliter verkauft. Doch wie rein ist das Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot, wirklich? Dieser Frage ist das Umweltinstitut München nachgegangen und hat die 14 meist gekauften Biermarken Deutschlands im Labor analysieren lassen. Die Forscher suchten dabei nach dem in Deutschland am häufigsten verwendeten Pestizid Glyphosat.

Die Forscher fanden in allen der 14 Biermarken deutliche Spuren des Pestizids. Die für Trinkwasser zulässige Höchstmenge für Glyphosat liegt in Deutschland bei 0,1 μg pro Liter. Die Biersorte Hasseröder Pils enthielt mit einer Menge von 29,74 μg/l fast dreihundertmal soviel des Pflanzengiftes. Auch in Jever Pils (23,04 μg/l) und Warsteiner Pils (20,73 μg/l) wurden deutlich überhöhte Konzentrationen festgestellt. Auch die bayerischen Biere enthielten Glyphosat, allerdings in deutlich geringeren Mengen. So wurde in der beliebten Biersorte Augustiner Helles von allen getesteten Biersorten der niedrigste Wert gemessen (0,46 μg/l).

Die Autoren schreiben, es seien zwar nur stichprobenartige Tests durchgeführt worden, die keine Rückschlüsse über die grundsätzliche Belastung mit Glyphosat erlauben würden, dennoch sei davon auszugehen, dass „auch andere Biersorten und Biermarken bzw. Brauereien von einer Belastung mit Glyphosat betroffen sein können“. Sind also alle Biere mit der giftigen Chemikalie kontaminiert? Und was bedeutet das für uns?

Die Forscher des Umweltinstituts geben glücklicherweise Entwarnung, was den Genuss von normalen Mengen Bier angeht. Sie schreiben, die gefundenen Mengen seien nicht besonders hoch. Dennoch betonen sie, dass auch in anderen Lebensmittel Glyphosat und weitere bedenkliche Chemikalien nachgewiesen worden seien. Das verunreinigte Bier trage demnach zur Gesamtbelastung mit potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen bei. Für die Brauereien gebe es keinen Grund, nicht auf die Ergebnisse zu reagieren und den Kunden diese zusätzliche Belastung zu ersparen. Doch wie kommt das Glyphosat überhaupt ins Bier?

Das Umweltinstitut München geht davon aus, dass das Pestizid nicht durchs Brauwasser ins Bier gelangt ist. Denn hier gelte der Grenzwert von 0,1 μg pro Liter, der auch regelmäßig kontrolliert werden müsse. Viel wahr-scheinlicher sei, dass das Glyphosat durch den Hopfen oder die Gerste ins Endprodukt gelange. Vor allem beim Getreideanbau sei der Einsatz des Pestizides „an der Tagesordnung“. Von den Brauereien fordert das Umweltinstitut, zu prüfen, wie genau das Glyphosat ins Bier gelangen konnte, um Lösungen zu erarbeiten, mit denen dies künftig vermieden werden kann. Außerdem solle die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass das potenziell schädliche Mittel keine erneute Zulassung von der EU-Kommission erhalte.

Aktuell wird heftig darüber diskutiert, ob das vom weltbekannten Agrarkonzern Monsanto entwickelte Gift auch weiterhin verwendet werden sollte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat vergangenes Jahr als erbgutschädigend und potenziell krebserregend eingestuft. Zudem steht es im Verdacht, hormonelle Veränderungen zu verursachen und unfruchtbar zu machen. Dennoch ist es weiterhin im Einsatz. Rund 5400 Tonnen des Unkrautvernichtungsmittels wurden allein 2014 bundesweit auf Äcker und Gärten verspritzt. Voraussichtlich im März will die EU prüfen, ob Glyphosat weiterhin eingesetzt werden darf.

Quelle: Umweltinstitut München e.V

 

7 Responses

  1. Klaus Jotz

    26. Februar 2016 8:50

    Ich bin schockiert. Wundert das eigentlich irgendjemand? So, wie dieses Gift eigesetzt wird, ist es mittlerweile überall vorhanden und vergiftet uns schleichend. Wieder einmal ein (ungeplanter?) Großversuch eines Milliarden schweren Konzerns, dessen einziges Wohl, das ihm am Herzen liegt, der eigene Profit ist – koste dies Menschenleben so viel es wolle! Ob nun die gefundenen Mengen in den Lebensmitteln sofort schädliche (tödliche) Auswirkungen zeigen oder nicht, die Geschichte zeigt zumindest, dass schon mit anderen Substanzen bei Dosen in minimalen Mengen Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg (absichtlich) vergiftet wurden. Und, natürlich trinkt kein Mensch 1000 Liter Bier am Tag, aber wir nehmen täglich weitere Nahrungsmittel zu uns, die ebenfalls Glyphosat in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Hat das schon einmal jemand aufsummiert? Schließlich gebe ich noch zu bedenken, dass mittlerweile bekannt ist, dass sich unsere emotionale Konstitution sehr wohl auf die körperliche Gesundheit, bis hin zur Beeinflussung der DNA auswirkt. Und da wollen mir ein Konzern sowie die von dessen Lobbyisten gehirngewaschenen Volks(?)vertreter und bezahlten Forschungsinstitute glauben machen, dass diese (toderzeugende) Substanz in den gefundenen geringen Mengen (die übrigens weit über den zulässigen Werten liegen) keine Auswirkung hätte? Abgesehen davon hat der menschliche Körper die Eigenschaft, dass er diverse Substanzen bzw. deren Umwandlungsprodukte nicht mehr ausscheidet sondern anlagert. Für wie blöd hält man uns eigentlich oder will man uns machen?

  2. Käpernick

    26. Februar 2016 8:57

    Man mag es schon nicht mehr hören oder sehen: Die täglichen Horrormeldungen reihen sich inzwischen kontinuierlich aneinander. Ob Wirtschaft, Sport oder Politik: Überall hat man das Gefühl nur noch “betrogen” zu werden…..!

  3. Ortloff, Peter

    26. Februar 2016 9:16

    Schon in den Genehmigungsunterlagen wurden bewusst Ergebnisse ignoriert. Das Mittel zerstört den Shikimat Zyklus. Die Angabe das das Mittel durch UV zerstört wird und damit ungefährlich ist unrichtig bzw. Irreführend.

  4. G.Feustle

    26. Februar 2016 9:48

    Hier ein Link der eine Korrelation zwischen Glyphosat und Krebskrankheiten beleuchtet:
    http://einarschlereth.blogspot.de/2014/11/dramatische-korrelation-zwischen-gmos.html
    Sicher werden sich auch hier wieder Geister finden, die wissenschaftliche Kausalität zwischen Gl. und den Krebskh. bemängeln. Jedoch sei ihnen gesagt das Gift ist sicherlich nicht ausschließlich der Auslöser, aber der dominanteste. Denn um die Nutzpflanzen vor Glyphosat zu schützen müssen sie genmanipuliert sein. Verstärkt wird die Krux dadurch, dass die Böden auf denen die Pflanzen wachsen ausgepowert sind: Wichtige Spurenelemente wie Bor, selen, Zink, Kupfer usw. sind nahe der Nachweisgrenze.

  5. J. Seufert

    26. Februar 2016 14:15

    das ist ja wohl ziemliche Panikmache und äußerst dünn vom Inhalt. Vielleicht stellen Sie mal den Anteil in der Muttermilch gegenüber, denn da ist es wirklich relevant. Das gefährlichste am Bier ist nach wie vor der Alkohol und dann kommt das Arsen, das auch im Reis und in einigen Gebieten auch im Trinkwasser ist.
    MfG J. Seufert

  6. Horst Rebernik

    16. März 2016 19:22

    In Österreich ist der Einsatz von Glyphosat sehr eingeschränkt – strikt verboten ist es, Glyphosat vor der Ernte zum Verdorren des Weizens auszubringen – damit der Weizen schön trocken ist, wenn er geerntet wird! Die Idee eines Geisteskranken.

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