Der Verkehr bremst Deutschland

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Verkehr Deutschland Emissionen 2016
© Michael Kappeler dpa

Im Jahr 2016 stiegen die Emissionen in Deutschland an – um etwa vier Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr 2015. Damit kam Deutschland im Jahr 2016 auf mehr als 906 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Die Vorzeigenation hängt seinen eigenen ambitionierten Klimazielen stark hinterher. Für den Anstieg der Emissionen gibt es viele Gründe – doch hauptverantwortlich ist dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge der Verkehr.

Das Ziel Deutschlands, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu dem Bezugsjahr 1990 zu senken, scheint nur noch schwer erreichbar. Der Verkehr als Schlüsselfaktor generierte im Jahr 2016 ganze 5,4 Millionen Tonnen CO2 mehr als noch im Vorjahr und wuchs damit um mehr als drei Prozent. Zwar ging der Schienenverkehr in Deutschland leicht zurück, doch der Güterverkehr nahm zu, was vor allem mit der günstigen Lkw-Maut und den niedrigen Benzinpreisen zusammenhängt. Insgesamt lagen die Emissionen im Verkehr im Jahr 2016 sogar um zwei Millionen Tonnen höher als 1990: Die Energiewende im Verkehr bleibt weiterhin aus.

Bis jetzt hat Deutschland eine Minderung der Treibhausgasemissionen von 27,6 Prozent zum Bezugsjahr 1990 erreicht: Deutschland hat somit nur noch drei Jahre Zeit, um auf die gewünschten 40 Prozent zu kommen. Doch kaum jemand glaubt noch an dieses Wunder, selbst die Umweltministerin Barbara Hendricks zweifelt. Um das Ziel von 2020 jetzt noch zu erreichen, müssten pro Jahr 40 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden – eine große Herausforderung, selbst für die Vorzeigenation Deutschland.

Doch was muss geschehen, um zumindest noch die Ziele für 2050 zu erreichen? Die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger fordert, dass das Steuerprivileg für Diesel abgeschafft und die Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz ausgeweitet werden müsse. Weiterhin sei es sinnvoll, den Transport von der Straße auf die Schiene zu verlagern und auch die noch zaghaft wachsende Elektroauto-Branche besser zu fördern.

Doch abgesehen vom Verkehr trugen auch andere, kleinere Faktoren zu dem schlechten Abschneiden Deutschlands im Jahr 2016 bei – Faktoren, die weniger steuerbar sind. Beispielsweise war 2016 ein recht kühles Jahr, wodurch die Deutschen mehr heizten als sonst. Außerdem ist die Zahl der in Deutschland lebenden von 2015 wegen der Zuwanderungen gewachsen und der Schalttag am 29. Februar gab 2016 einen zusätzlichen Tag. Diese Faktoren können jedoch nicht davon ablenken, dass Deutschland im Verkehrsbereich einen immensen Handlungsbedarf aufweist, mit radikalen und klimafreundlichen Änderungen für die Zukunft.