Der UN „Adaptation Gap Report 2016“: Der Klimawandel wird deutlich teurer

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Climate Change
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Mit dem Klimawandel kommen neue Herausforderungen auf uns zu, die oft nur mit entsprechenden Investitionen zu bewältigen sind. So müssen Deiche wegen des steigenden Meeresspiegels erhöht, die Landwirtschaft trockenheits-resistenter und die Gesundheitsaufwendungen verstärkt werden. Maßnahmen wie diese kosten Geld – Geld, das insbesondere ärmere Länder nicht haben. Wie also sollen sich diese Länder auf den fortschreitenden Klimawandel vorbereiten? Das Schlagwort an dieser Stelle lautet: Klimafinanzierung.

Das Thema Klimafinanzierung hat in den vergangenen Jahren schon vielfachzu Diskussionen geführt. Wie hoch sind die Kosten der Klimafinanzierung insgesamt? Welche Staaten sind in der Pflicht andere mitzufinanzieren? Welche Staaten empfangen die Unterstützung? Wer zahlt wie viel? Wer empfängt wie viel? Und an welche Kriterien soll dies alles gebunden sein? Mit den Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und vor allem dem Klima scheinen sich die Faktoren für die Klimafinanzierung ständig zu verändern. Wie sollen unter diesen Bedingungen die Kosten festgestellt werden?

Im Jahr 2010 legte die Weltbank einen Bericht vor, laut dem im Zeitraum bis 2050 pro Jahr 70 bis 100 Milliarden Dollar nötig seien, um die finanzarmen Länder an den Klimawandel anzupassen. Nun hat das UN-Umweltprogramm Unep in Nairobi eine Untersuchung veröffentlicht, laut der die Kosten mit den kommenden Jahren deutlich steigen könnten. So zeigt der Report, dass die Summe bis 2030 auf 140 bis 300 Milliarden jährlich, bis 2050 sogar auf 280 bis 500 Milliarden US-Dollar steigen könnte. Dies wäre dem Bericht zufolge dann der Fall, wenn das im Paris-Abkommen verankerte Erwärmungslimit von zwei Grad eingehalten wird, was bedeutet, dass bei einem stärkeren Temperaturanstieg die Kosten noch deutlich höher liegen könnten.

Der Report wurden erstmals Anfang Mai in Rotterdam vorgestellt, wobei der Unep-Vizedirektor Ibrahim Thiaw erklärte: “Es ist wichtig, dass die Regierungen verstehen, wie hoch die Kosten der Anpassung an den Klimawandel sind. Dieser Bericht ist eine eindringliche Mahnung, dass der Klimawandel weiterhin schwerwiegende wirtschaftliche Kosten verursachen wird. Die Anpassungs-Finanzierungslücke ist groß und wird voraussichtlich über die nächsten Jahrzehnte beträchtlich wachsen, sollten keine deutlichen Fortschritte bei der Sicherung neuer, zusätzlicher und innovativer Finanzierung der Anpassung erreich werden.“

So haben die Industrieländer im Jahr 2014 gerade einmal 22,5 Milliarden Dollar bereitgestellt, was zwar im Vergleich zu den Vorjahren mehr ist, jedoch noch lange nicht an die benötigte Summe heranreicht. Dies müsste in den kommenden Jahren ausgeglichen werden. Bei dem aktuellen Stand könnte dies bedeuten, dass bereits 2030 sechs- bis zehnmal mehr Geld als heute zur Verfügung gestellt werden müsste. Deshalb fordert das UN-Umweltprogramm die Weltgemeinschaft dazu auf ein eigenes Finanzziel für die Anpassungshilfen aufstellen und klare Zusagen geben, wie dieses erreicht werden soll.

Quelle:
http://drustage.unep.org/adaptationgapreport/sites/unep.org.adaptationgapreport/files/documents/Press-Release_AdaptationGap2016.pdf
http://drustage.unep.org/adaptationgapreport/sites/unep.org.adaptationgapreport/files/documents/the_adaptation_finance_gap_rotterdam_launch.pdf

 

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