Der Iran auf dem Weg ins Solarzeitalter

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Teheran leidet unter Luftverschmutzung
Teheran leidet unter Luftverschmutzung

Die Wirtschaft des rohstoffreichen Landes ist sehr exportabhängig was Erdöl und Erdgas anbelangt. Der Bedarf innerhalb des eigenen Landes steigt jedoch stetig an, so wird der Nettoexporteur nach und nach zum Nettoimporteur. Ein Anlass für die Regierung, zukünftig stärker auf alternative Energieversorgung zu setzen.

Ein weiterer Grund für das zunehmende Interesse an regenerativen Energiequellen ist die starke Luftverschmutzung im Iran, die des Öfteren schon der Grund für schulfrei in den größeren Städten, wie Teheran oder Isfahan, gewesen ist. Hier soll im Autoverkehr Abhilfe geschaffen werden, indem neue Konzepte, die Elektromobilität mit Ökostrom fokussieren, in die politische Diskussionen einfließen und Forschungsprojekte zur Förderung der heimischen Elektromobilität ins Leben gerufen werden.

Auch der Klimawandel spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Kehrtwende hin zu erneuerbaren Energien. Denn der Staat in Vorderasien bekommt die Erderwärmung besonders stark zu spüren. Flächendeckende Austrocknung, zunehmende Sandstürme und die damit verbundene Landflucht gefährden Wirtschaft und Bevölkerung.

Noch wird der Energiebedarf des Landes zu über 98 Prozent durch fossile Energiequellen gedeckt. Doch steckt ein großes Potential für die Nutzung von Wind- und Solarenergie in dem sonnenverwöhnten Land. Zwar ist die gesellschaftliche Akzeptanz durch das drängende Problem der enormen Luftverschmutzung sehr hoch, allerdings mangelt es derzeit noch an staatlicher Unterstützung und finanziellen Anreizen zum Ausbau der Erneuerbaren. Was fehlt sind ein wettbewerbsfähiger Energiemarkt, eine Verringerung der Subventionen für fossile Energiequellen und Anreize für private Investoren.

Jüngst wurde die Einspeisevergütung reduziert, doch sind diese im internationalen Vergleich, sei es Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft oder Bioenergie, sehr hoch. Ein Beispiel: Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 20 kWp werden mit 0,29 Cent pro Kilowattstunde vergütet, Solarparks mit einer Leistung über zehn Megawattpeak erhalten umgerechnet 0,16 Cent pro Kilowattstunde – fast doppelt so viel wie in Deutschland.

Doch ist die großzügige Vergütung nicht grundlos. Finanzinvestoren sehen sich politische Risiken bei einer Investition im Iran ausgesetzt, der Geldtransfer funktioniert nach wie vor schlecht zwischen iranischen und ausländischen Banken und die Inflation ist mit 20 Prozent jährlich enorm hoch. Neben der hohen Einspeisevergütung wurden jedoch weitere Anreize für ausländische Investoren geschaffen. Demnach können deutsche Unternehmen nun so genannte Hermes-Bürgschaften beantragen, die die Firma gegen das Risiko einer Investition im Ausland absichern. Zuletzt schafft ein neues Gesetz der Schutz und die Förderung ausländischer Kapitalanlagen.

Eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen dürfte auch vielen Politikern in die Hände spielen: Umso stärker der Iran auf Sonnenenergie und Co. setzt, umso bedeutungsloser werden die fossilen Energien, einschließlich der Atomenergie. Somit würden die regenerativen Energieträger nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern würden auch ein effektives Anti-Atomwaffen-Programm darstellen.

 

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