Der Herr der Gezeiten

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Diesen Freitag in unserer Love Green TV Reihe: Ein britischer Ingenieur verwirklicht seine Vision von einem Gezeitenkraftwerk.

Angefangen hat alles mit der Idee, ein Windrad zu nehmen, es verkehrt herum in einen Fluss zu tauchen und es durch die Kraft des Wassers, die beim Wechsel von Ebbe und Flut entsteht, anzutreiben. 

Diese Idee kam dem britischen Ingenieur Peter Fraenkel bereits in den 1980er Jahren. Vor der Küste Nordirlands hat er ein hochmodernes Gezeiten-Kraftwerk errichtet, das mit der Kraft des Meeres sauberen Strom produziert.


Gezeiten-Kraftwerke nutzen ein einfaches Prinzip. In einer Bucht oder einem Fluss wird eine Turbine unter Wasser befestigt. Wichtig ist, ein Gewässer zu nutzen, in dem die Gezeiten möglichst stark auftreten. Diese Gezeiten, also die Strömung, die entsteht, wenn das Wasser bei Ebbe und Flut in Bewegung gerät, wird genutzt, um die Turbine anzutreiben. Diese Energie wird dann, genau wie bei einem Windkraftwerk, mittels eines Transformators in elektrische Energie umgewandelt.

Das weltweit erste und lange Zeit größte Gezeiten-Kraftwerk wurde bereits 1961 an der Atlantikküste in der Mündung der Rance in Frankreich erbaut. Eröffnet 1966 erzeugt es insgesamt 240 Megawatt und liefert jährlich rund 600 Gigawattstunden Strom. Wie alle konventionellen Gezeiten-Kraftwerke benötigt auch das Kraftwerk Rance einen Staudamm – ein Umstand, der negative Begleiterscheinungen mit sich bringt. Die Kosten für das Kraftwerk inklusive Staudamm sind relativ hoch und die Anzahl möglicher Bauplätze ist begrenzt. Das macht den so erzeugten Gezeiten-Strom vergleichsweise teuer. Auch für die Umwelt haben derartige Kraftwerke Nachteile, da Landschaften stark verändert werden müssen und die dort lebenden Fische den Staudamm nicht überwinden können. 

Daher gibt es mittlerweile ein besseres Konzept: Die Turbinen werden nicht mehr in einen Staudamm gebaut, sondern einzeln und freistehend, meist in Meeresbuchten beziehungsweise Lagunen, auf dem Meeresboden verankert. So lassen sich die Eingriffe in Landschaften und die Zerstörung der Lebensräume von Fischen und anderen Lebenwesen vermeiden. Die Lagunen- Gezeitenkraftwerke sind außerdem weniger kostenaufwendig, was sich auch auf den Strompreis auswirkt. Zur Zeit ist in Großbritannien das weltweit erste Kraftwerk dieser Art geplant.

Der britische Ingenieur Peter Fraenkel hatte die Idee zu solch einer Anlage bereits in den 1980er Jahren, lange vor den Plänen anderer Unternehmen. Inspiriert von den ersten Windkraftwerken kam ihm die Idee, ein Windrad umgekehrt in ein Gewässer mit starken Gezeiten zu bauen, um so durch die Meeresströmung sauberen Strom zu erzeugen. Es sind diese Ideen, die einen „verrückten“ Erfinder ausmachen, meint Fraenkel. 

Der Brite gründete das Unternehmen Marine Current Turbines und baute vor der Küste Nordirlands bei Strangford Narrows ein freistehendes Gezeitenkraftwerk. Dort finde man eine der stärksten Gezeitenströme in ganz Europa, wahrscheinlich eine der energiereichsten der Welt, erklärt Fraenkel im nachfolgenden Love Green TV Videobeitrag. Ein idealer Ort also, um dort seinen Traum zu verwirklichen.

Love Green TV und CleanEnergy Project wünschen viel Vergnügen.

 

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