Das halten die Favoriten vom Klimawandel

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Trump Klimawandel
Trump Klimawandel

Morgen beginnt die heiße Phase des US-Wahlkampfes. Am sogenannten Super Tuesday werden Delegierte in 14 US-Bundesstaaten entscheiden, wen sie ins Rennen um die Präsidentschaft schicken wollen. Der Super Tuesday gilt als eine der wichtigsten Vorentscheidungen im Kampf um das Amt des US-Präsidenten. Auch für den künftigen klimapolitischen Kurs der USA wird es von großer Bedeutung sein, wer als Präsidentschaftskandidat nominiert wird. Wir zeigen, wie die wichtigsten Kandidaten zum Thema Klimawandel stehen.

Republikaner:

Donald Trump: Der wohl größte Skeptiker der Republikaner. Er bezeichnet den menschengemachten Klimawandel immer wieder öffentlich als Mythos, Schwindel und „Bullshit“. Seiner Meinung nach ist der Kampf gegen die globale Erwärmung eine Gefahr für die amerikanische Wirtschaft und schwächt die wirtschaftliche Position der USA gegenüber China. US-Politologen prophezeien, sollte Trump von seiner Partei als republikanischer Präsidentschaftskandidat nominiert werden, stünden die Chancen gut für ihn, tatsächlich Präsident zu werden. Nicht nur für den Klimaschutz wäre das eine echte Katastrophe.

Ted Cruz: Auch der texanische Senator glaubt nicht an die Existenz des Klimawandels. Sein Argument sind Satellitenaufnahmen, die die Temperatur auf der Erde während der letzten 18 Jahre gemessen haben. Aufnahmen, die keine Erwärmung für diesen Zeitraum verzeichnen. Cruz sagte bei einer Anhörung im Kongress: „Die Computermodelle sagen, es sollte derzeit eine deutliche Erwärmung stattfinden, doch die Satellitenaufnahmen zeigen eine solche nicht. Wie erklären Sie sich, dass in 18 Jahren keinerlei Erwärmung stattgefunden hat?“

Marco Rubio: Der einzige Republikaner, der an die globale Erwärmung glaubt. Allerdings behauptet er, der Mensch sei dafür nicht verantwortlich. Es seien natürliche Temperaturschwankungen. Deshalb sei es unnötig, dagegen zu kämpfen. Obamas derzeitige Klimapolitik hält er für eine Gefahr für die Wirtschaft: „Ich glaube nicht, dass die geplanten Klimaschutzgesetze etwas ändern. Sie werden nur die amerikanische Wirtschaft schwächen.“ Rubio ist Befürworter für die Megapipeline „Kexstone XL“, die Obama durch sein Veto mehrfach verhindert hat (CEP berichtete) und will Obamas Clean Power Plan unbedingt verhindern. Sollte Rubio der nächste Präsident werden, dürfte das für den Klima- und Umweltschutz ebenfalls keine gute Nachricht sein.

Demokraten:

Hillary Clinton: Die ehemalige US-Außenministerin hat den Klimawandel im Wahlkampf zum Thema gemacht. Sie glaubt an dessen Existenz und an den Menschen als einen der Hauptverursacher. Sie will auch nach Obamas Amtszeit am Clean Power Plan festhalten, mit dem die CO2-Emissionen im Land bis 2030 um 32 Prozent reduziert werden sollen. Dazu sollen Kohlekraftwerke abgeschaltet und die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Clinton sagte, sie wolle bis 2021 „eine halbe Milliarde“ Solaranlagen bauen lassen. So soll zehn Jahre nach ihrer Wahl jeder Haushalt in den USA mit Erneuerbarer Energie versorgt werden können. Kritisiert wurde Clinton vor kurzem jedoch, weil sie Spendengelder der Öl- und Gasindustrie angenommen hatte.

Bernie Saunders: Auch der Senator aus Vermont glaubt, der Klimawandel findet statt. Er gilt von allen Kandidaten als der ambitionierteste Klimaschützer. Saunders hält die Auswirkungen der Erderwärmung für extrem gefährlich und verspricht, im Falle eines Wahlsieges noch mehr für den Klimaschutz zu tun, als Barack Obama. „Die Klimaforscher sind sich praktisch einig, dass der Klimawandel existiert, er von uns Menschen verursacht wird, und dass er bereits heute eine Vielzahl von großen Problemen rund um den Globus auslöst. Und sie sagen uns, wenn wir nicht bald etwas dagegen unternehmen, wird es noch viel schlimmer werden“, schreibt Saunders auf seiner Wahlkampfseite.

Derzeit gelten für die Republikaner vor allem Donald Trump, Ted Cruz und Marco Rubio als die Favoriten. Der Milliardär Trump konnte zuletzt die Vorwahlen in Nevada klar vor Cruz gewinnen. Auch bei den Umfragen liegt Trump momentan vorne. Harald Norpoth, ein Politologe der New Yorker Stony Brook Universität hat anhand eines Modells errechnet, dass Trump sehr wahrscheinlich in Weiße Haus einziehen wird. Sein Modell sei in der Lage, alle Wahlsiege seit 1912 richtig zu prognostizieren. Nur beim Sieg John F. Kenndeys habe die Simulation daneben gelegen.

Sollte Trump wirklich Präsident werden, will er eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, elf Millionen illegale Einwanderer ausweisen und das Waffenrecht verteidigen. Zudem soll Muslimen die Einreise verboten werden. Auch Obamas Clean Power Plan wird dann zu Fall gebracht werden und der Klimaschutz in den USA – wie vor der Regierung Obama – keinerlei Bedeutung haben.

Bei den Demokraten gilt im Moment Hillary Clinton als knappe Favoritin vor Bernie Saunders. Clinton versprach zuletzt, wenn sie Präsidentin werde, wolle sie sich dafür einsetzen, „die fossilen Brennstoffe zu stoppen.“ Gleichzeitig akzeptierte sie allerdings nachweislich Wahlkampfspenden von der Öl- und Gasindustrie. (CEP berichtete) Viele Klimaschützer befürchten deshalb, Clinton könne den Klimawandel geschickt für den Wahlkampf nutzen, um das Thema anschließend in der Versenkung verschwinden zu lassen. Auch Clintons öffentliche Bekundungen, an der Risikotechnologie Fracking festhalten zu wollen, lassen Zweifel an ihren ehrlichen Engagement für Klima- und Umweltbelange aufkommen.

 

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