Daimler-Chef ist gegen Verbot von Verbrennungsmotoren

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Dieter Zetsche
Dieter Zetsche

Seit einigen Tagen wird darüber diskutiert, ob Neuzulassungen von Diesel- und Benzinfahrzeugen verboten werden sollen. Nun meldete sich Dieter Zetsche, Konzernchef bei Daimler zu diesem Thema zu Wort. Er hält nichts von einem solchen Verbot. Er ist der Meinung, dass man darauf hinarbeiten sollte, die Kunden von sich aus zum Kauf eines Elektroautos zu bewegen.

Der Bundesrat plant ein Verbot, nachdem ab 2030 keine Benzin- und Dieselfahrzeuge mehr neuzugelassen werden dürfen. Dieter Zetsche ist davon aber gar nicht so begeistert. Als er vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten sprach, erzählte er von seinen Plänen zur Emissionsreduzierung.

Denn die Ziele zur CO2 Verringerung und die vereinbarten Rahmenbedingungen der Europäischen Union wolle er dennoch unterstützen. Jedoch möchte er nicht vorgeschrieben bekommen, wie diese Unterstützung aussehen soll. Er hält es für keine gute Idee, dem Kunden aufzudrängen, welches Produkt er kaufen soll. Viel besser fände er es, wenn der Kunde sich von sich aus lieber ein Elektroauto zulegen möchte.

Dabei spricht er nicht von Prämien, wie z.B. der, bei der die Käufer seit Mitte des Jahres 4000€ Zuschuss zum Neuwagenpreis erhalten.  Viel wichtiger von der Regierung wäre es laut Zetsche, in die Infrastruktur für Elektroautos zu investieren. Sein Konzern will dafür den Elektroantrieb sowohl für den Hersteller, als auch für den Käufer, wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger machen und rechnet damit, dass dies voraussichtlich 2020 bis 2025 erreicht werden wird.

Bis dahin möchte Daimler in Sachen Elektroautos „voll einsteigen“. Bis 2025 will der Konzern seine Konkurrenten allesamt hinter sich lassen, egal ob BMW in München oder Tesla in Kalifornien. So kündigte Daimer an, bereits 2019 die ersten Fahrzeuge ihrer Eletrostudie “Generation EQ” auf den Markt zu bringen. Eines davon ist ein SUV mit Elektroantrieb. Dieser soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern haben und dafür nur circa 30 Minuten laden müssen. Derzeit dauert der Ladevorgang für eine solche Kilometerzahl noch um einiges länger.

Um all diese Ziele zu verwirklichen möchte der Konzern viel Geld ausgeben. Denn auch wenn Elektroautos immer attraktiver werden, geht Daimler davon aus, dass im Jahr 2025 noch 75 Prozent der Neuwägen Diesel- und Benzinfahrzeuge sein. Daher soll weiterhin in die Verbesserung dieser Motoren investiert werden. Um aber auch in Sachen Elektromobilität voran zu kommen, werden in den Werken in Hamburg-Harburg, Bremen und Sindelfingen bei Stuttgart Komponenten für E-Autos gefertigt. Diese Werkserweiterung lässt Daimler sich bis 2021 500 Millionen Euro kosten.

Quelle: WELT, Stuttgarter Nachrichten 

 

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